VWL-Trainer: Hinweise zu den Aufgaben zum Nachlesen

1.2 Güter - Multiple Choice

Die Aufgaben

Mit Hilfe eines Multiple-Choice-Tests können Fragen rund um das Thema Güter mit folgenden Schwerpunkten geübt werden:

Bitte beachten Sie: Die einzelnen Aufgaben werden zur Laufzeit generiert. Dabei gibt es zu jeder Frage mehrere sprachlich und inhaltlich unterschiedliche Varianten. Das heißt, dass sich die Tests beim wiederholten Üben unterscheiden. Es ändert sich die Reihenfolge der Fragen, die Reihenfolge der Distraktoren in der jeweiligen Frage und es gibt unterschiedliche Formulierungen der Fragen und der Distraktoren. Es hat also keinen Sinn, sich zu merken, dass bei Frage 1 die Antwort 2 richtig ist usw., sondern man muss jedes Mal die Fragestellung neu erfassen und beantworten.

Zu den einzelnen Antworten erhalten Sie bei der Kontrolle weiterführende Erläuterungen.

Grundsätzliches zu Gütern

Güter sind Mittel zur Bedürfnisbefriedigung. Sie werden, wenn es eine kaufkräftige Nachfrage und ein Angebot gibt, auf Märkten gehandelt.

Güter werden in der Volkswirtschaftslehre nach verschiedenen Kriterien unterteilt. Im Folgenden werden in der VWL übliche Unterscheidungen vorgestellt. Beachten Sie, dass ein und dasselbe Gut zu unterschiedlichen Gruppen von Gütern gehören kann.

1. Freie Güter und wirtschaftliche Güter

Freie Güter sind Güter, die in unserer Welt praktisch unbegrenzt (= nicht knapp) vorhanden sind. Für sie gibt es keine kaufkräftige Nachfrage und damit keinen Preis.

Wirtschaftliche Güter sind demgegenüber knappe bzw. begrenzte Güter. Für sie gibt es eine kaufkräftige Nachfrage und damit einen Preis.

Beispiele:

  1. Freie Güter: Meerwasser, Luft, Sand in der Wüste, Schnee in der Antarktis, ...
  2. Wirtschaftliche Güter: Mineralwasser in Flaschen, Brot, Milch, ...

Die Definition, was ein freies und was ein wirtschaftliches Gut ist, ist von konkreten Bedingungen/Umständen abhängig. In einer einsamen und wasserreichen Provinz in Kanada ist Trinkwasser wahrscheinlich ein freies Gut, wohingegen im Zentrum der Sahara Trinkwasser ein wirtschaftliches Gut sein könnte.

Vormals freie Güter können auch zu wirtschaftlichen Gütern werden, wenn ihre Verfügbarkeit zum Beispiel infolge ökologischer Zerstörungen eingeschränkt wird (Trinkwasser, saubere Luft, ...).

2. Materielle Güter und immaterielle Güter

Materielle Güter (oft auch als Sachgüter bezeichnet) sind Güter, die man anfassen kann (körperliches Vorhandensein). Demgegenüber sind immaterielle Güter keine anfassbaren Güter (nichtkörperliches Vorhandensein). Immaterielle Güter werden oft in Dienstleistungen und Rechte unterteilt. Immaterielle Güter sind nicht lagerfähig.

Beispiele:

  1. Materielle Güter: Brot, Milch, Knete, Autos, ...
  2. Immaterielle Güter: Nachhilfeeinheit im Fach Rechnungswesen (Dienstleistung), Lizenz zur Verwendung eines Computerprogramms (Recht))

3. Konsumgüter und Produktionsgüter

Konsumgüter sind Güter, die dem Endverbraucher zur Bedürfnisbefriedigung zur Verfügung gestellt werden. So ist zum Beispiel ein Brot, dass von einem Endverbraucher gekauft und gegessen wird, ein Konsumgut.

Produktionsgüter sind dagegen Güter, welche ein Unternehmen nutzt und die seiner Wertschöpfung dienen. Wird beispielsweise ein Computer für ein Büro gekauft, so ist der Computer ein Produktionsgut.

Je nach Verwendungszusammenhang (private oder unternehmerische Nutzung) kann dasselbe Gut sowohl ein Konsum- als auch ein Produktionsgut sein.

Beispiel: Konsumgut versus Produktionsgut

  1. Konsumgut: Alfred Wurm kauft sich privat ein Auto, um in den wohlverdienten Urlaub zu fahren. Alfred Wurm ist der Endverbraucher.
  2. Produktionsgut: Alfred Wurm kauft als Unternehmer der Möbelfabrik Wurm ein Auto als Dienstfahrzeug. Alfred Wurm handelt in diesem Fall als Unternehmer.

4. Gebrauchsgüter und Verbrauchsgüter

Bei einem Gebrauchsgut liegt die Möglichkeit einer mehrmaligen Nutzung dieses Gutes vor. Verbrauchsgüter hingegen sind Güter zur einmaligen Nutzung.

Beispiele:

  1. Gebrauchsgüter
    1. Alfred Wurm hat zu Hause einen Geschirrspüler, den er jeden Tag befüllt und einschaltet. Der Geschirrspüler kann als Konsumgut mehrmals genutzt werden und ist demnach ein Gebrauchsgut.
    2. In der Möbelfabrik Wurm nutzt Alfred Wurm regelmäßig einen Locher. Der Locher ist ein Produktionsgut und kann mehrmals genutzt werden. Er ist demnach ein Gebrauchsgut.
  2. Verbrauchsgüter
    1. Alfred Wurm isst zu Hause eine Scheibe Brot. Das Brot ist ein Verbrauchsgut.
    2. Im Büro nutzt Alfred Wurm Tipp-Ex zur Korrektur einer Bestellung. Das Tipp-Ex ist in diesem Beispiel ein Verbrauchsgut.

5. Komplementärgüter und Substitutionsgüter

Komplementärgüter sind Güter, die sich zur Nutzung gegenseitig benötigen. Manchmal werden deshalb Komplementärgüter gemeinsam im Handel angeboten (so genannter Sortimentsverbund).

Hingegen sind Substitutionsgüter (auch Substitute genannt) Güter, die sich untereinander austauschen lassen. Mit Substitutionsgütern lassen sich die gleichen oder ähnliche Bedürfnisse befriedigen.

Beispiele:

  1. Komplementärgüter: Füllhalter und Tintenpatronen im Schreibwareneinzelhandel, Smartphones und Nutzungsverträge in entsprechenden Fachgeschäften, ...
  2. Substitutionsgüter: Butter/Margarine/Backfett als austauschbare Zutat beim Backen, Kohle/Öl/Gas/Holz als Energieträger beim Heizen eines Hauses

Viel Erfolg beim Üben.