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Rewe-Trainer: Hinweise zu den Aufgaben zum Nachlesen

3.2 Bestandskonten: einfacher Buchungssatz, Geschäftsfall als Text

Die Aufgaben

Im Rahmen dieser Übungsaufgabe sollen einfache Buchungssätze ohne Berücksichtigung der Umsatzsteuer anhand einfacher Textaufgaben geübt werden. Es werden also jeweils zwei Konten angesprochen.

Eine Aufgabe sieht zum Beispiel so aus:

Der Geschäftsfall

Kauf eines Lieferwagens per Bankscheck, 11.000,00 €

Grundbuch
SollHabenSollHaben
11.000 €11.000 €

Bei den Übungen geht es darum, den Geschäftsfall zu erfassen und zu erkennen, welchen Konten er zuzuordnen ist.

Da immer nur ein Betrag pro Aufgabe gegeben ist, entfällt der Eintrag des Betrags in Soll und Haben.

Zum Verständnis: Grundlegendes zum Erstellen einfacher Buchungssätze

In einem Unternehmen entstehen im Laufe eines Geschäftsjahres regelmäßig viele Geschäftsfälle. Zur Erinnerung: Ein Geschäftsfall ist ein unternehmerischer Vorfall, der am Jahresende zu einer Veränderung in der Bilanz führen wird. Ein Beispiel: Ein Unternehmen kauft ein Auto für 30.000 € bar. Dieser Vorfall würde das Barvermögen vermindern und den Wert des Fuhrparks erhöhen.

Diese Veränderungen werden jedoch nicht in der Bilanz selbst, sondern in dafür vorgesehenen Konten eingetragen. Diese Konten werden aus der Bilanz abgeleitet. Mehr Informationen hierzu im Kapitel Bestandskonten.

Um einen Geschäftsfall in ein Konto einzutragen bzw. zu buchen, wird vorab aus dem Geschäftsfall ein so genannter Buchungssatz gebildet, welcher später das Eintragen bzw. Buchen erleichtert.

Das Hauptproblem für Lernende ist dabei erfahrungsgemäß das Erkennen der zu verwendenden Konten. Weniger Schwierigkeiten bereitet das Erkennen der Mehrung oder Minderung, also ob etwas auf einem Konto mehr oder weniger wird. Die Art der Bestandskonten (aktiv/passiv) und die entsprechenden Regeln zum Eintragen der Minderungen/Mehrungen im Soll bzw. Haben müssen auswendig gelernt werden.

Folgende Aufstellung soll Ihnen das Erkennen der zu verwendenden Konten in Geschäftsfällen erleichtern:

Aktive Bestandskonten
bebaute Grundstücke:Betrifft alle Arten von Grundstücken mit darauf befindlichen Gebäuden.
unbebaute Grundstücke:Betrifft unbebaute Grundstücke, meist um darauf Gebäude zu errichten.
Betriebsgebäude:Betrifft alle Arten von Gebäuden (Fabrikgebäude, Lagerhallen usw.).
Fuhrpark:Das sind alle Arten von Fahrzeugen, z. B. LKWs, PKWs, Lieferwagen usw.
TA/Maschinen:Das sind alle Arten von Maschinen aus der Produktion/Fertigung, jedoch nicht die Büromaschinen.
BGA:Das sind alle Gegenstände der Büro- und Geschäftsausstattung, z. B. PCs, Möbel im Büro, Kopiertechnik, Aktenvernichter, Faxgeräte, Drucker usw.
Rohstoffe:Das sind alle Hauptbestandteile der produzierten Güter, z. B. Holz bei Möbeln
Betriebsstoffe:Das sind alle Stoffe, die nicht selbst in das produzierte Gut einfließen, sondern zum Beispiel zur Pflege oder zum Betrieb der Maschinen dienen. Ein Beispiel hierzu wäre Maschinenöl.
Hilfsstoffe:Das sind alle Nebenbestandteile der produzierten Güter, z. B. Scharniere, Schrauben, Nägel, Leim bei der Produktion von Möbeln.
Handelswaren:Handelswaren sind Güter, die ohne eine weitere Ver- oder Bearbeitung weiterverkauft werden.
Forderungen:Klassische Beispiele für Forderungen sind der Verkauf von Ware auf Ziel oder das Versenden einer Rechnung, die für den Unternehmer eine Ausgangsrechnung ist. Dadurch entsteht eine Forderung, die zu einem zukünftigen Zeitpunkt beglichen/bezahlt werden wird.
Bank:Das Konto Bank wird immer dann angesprochen, wenn Geld auf das Bankkonto des Unternehmens geht (Gutschrift) oder Geld vom Bankkonto des Unternehmens abfließt (Lastschrift). Wertebewegungen auf der Bank entstehen in der Regel durch Überweisungen und Zahlungen durch Schecks.
Kasse:Alle Barzahlungen betreffen das Konto Kasse.
Passive Bestandskonten
Darlehen:Auf diesem Konto wird das Aufnehmen und Rückzahlen von Krediten ohne Hypothekarsicherheit gebucht.
Verbindlichkeiten:Bekommt der Unternehmer eine Eingangsrechnung, die nicht sofort beglichen wird, so wird auf Ziel eingekauft. Es entsteht eine Verbindlichkeit.

Vorgehen bei der Bildung eines Buchungssatzes

Man sollte in folgenden Schritten vorgehen:

  1. zu verwendende Konten bestimmen
  2. Kontoart bestimmen (aktives/passives Bestandskonto)
  3. Mehrung/Minderung bestimmen
  4. Soll/Haben-Buchung ableiten
  5. Buchungssatz nach Regel "Soll an Haben" erstellen

Beispiel 1: Kauf eines Dienstwagens für den Chef für 30.000 Euro bar

  1. Die zu verwendenden Konten sind Kasse (wegen der Barzahlung) und Fuhrpark (Dienstwagen).
  2. Kasse und Fuhrpark sind beide aktive Bestandskonten. Das muss man wissen bzw. lernen.
  3. Das Konto Fuhrpark wird um ein Auto "vermehrt" und das Konto Kasse "vermindert", denn das Auto wird ja bar bezahlt. Wir halten fest:
    • Fuhrpark => aktives Bestandskonto=> Mehrung
    • Kasse => aktives Bestandskonto=> Minderung
  4. Da Fuhrpark ein aktives Bestandskonto ist und eine Mehrung vorliegt, muss im Soll gebucht werden.
    Da Kasse ein aktives Bestandskonto ist und eine Minderung vorliegt, muss im Haben gebucht werden.
    Das ist Lernstoff, den man wissen oder lernen muss (s. Bestandskonten). Für das Beispiel halten wir übersichtlich fest:
    • Fuhrpark => aktives Bestandskonto=> Mehrung => im Soll
    • Kasse => aktives Bestandskonto=> Minderung => im Haben
  5. Buchungssatz nach der Regel "Soll an Haben" im Grundbuch erstellen:
Grundbuch
SollHabenSollHaben
FuhrparkKasse30.000,00 €30.000,00 €

Beispiel 2: Aufnahme eines Kredits bei der Bank, 30.0000 €

  1. Die zu verwendenden Konten sind Darlehen (wegen des Kredits) und Bank (Hausbank des Unternehmens).
  2. Das Konto Darlehen ist ein passives und das Konto Bank ein aktives Bestandskonto.
  3. Der Kredit erhöht (vermehrt) sich. Dazu überweist die Kreditbank den von uns in Anspruch genommenen Kredit auf unser Konto der Hausbank, wodurch sich auch hier das Guthaben erhöht (vermehrt). Wir halten fest:
    • Darlehen => passives Bestandskonto => Mehrung
    • Bank => aktives Bestandskonto => Mehrung
  4. Da Darlehen ein passives Bestandskonto ist und eine Mehrung vorliegt, muss im Haben gebucht werden.
    Da Bank ein aktives Bestandskonto ist und eine Mehrung vorliegt, muss im Soll gebucht werden.
    Für das Beispiel halten wir fest:
    • Darlehen => passives Bestandskonto => Mehrung => im Haben
    • Bank => aktives Bestandskonto => Mehrung => im Soll
  5. Buchungssatz nach der Regel "Soll an Haben" im Grundbuch erstellen:
Grundbuch
SollHabenSollHaben
BankDarlehen30.000,00 €30.000,00 €

Beispiel 3: Ausgleich einer Lieferschuld (ER 344) durch Banküberweisung, 30.0000 €

  1. Die zu verwendenden Konten sind Verbindlichkeiten (wegen der Eingangsrechnung) und Bank (wegen der Banküberweisung).
  2. Das Konto Verbindlichkeiten ist ein passives und das Konto Bank ein aktives Bestandskonto.
  3. Durch die Bezahlung der Eingangsrechnung vermindern sich die Verbindlichkeiten des Unternehmens. Das Guthaben auf dem Bankkonto der Hausbank vermindert sich ebenfalls. Wir halten fest:
    • Verbindlichkeiten => passives Bestandskonto => Minderung
    • Bank => aktives Bestandskonto => Minderung
  4. Da Verbindlichkeiten ein passives Bestandskonto ist und eine Minderung vorliegt, muss im Soll gebucht werden.
    Da Bank ein aktives Bestandskonto ist und eine Minderung vorliegt, muss im Haben gebucht werden.
    Für das Beispiel halten wir fest:
    • Darlehen => passives Bestandskonto => Minderung => im Soll
    • Bank => aktives Bestandskonto => Minderung => im Haben
  5. Buchungssatz nach der Regel "Soll an Haben" im Grundbuch erstellen:
Grundbuch
SollHabenSollHaben
VerbindlichkeitenBank30.000,00 €30.000,00 €

Viel Erfolg beim Üben.