Rewe
Rewe-Trainer: Hinweise zu den Aufgaben zum Nachlesen

10.1 Der Industriekontenrahmen (IKR): Multiple Choice

Die Aufgaben

Im Rahmen dieser Aufgabe sollen in Form von Multiple-Choice-Fragen Inhalte zum Industriekontenrahmen (IKR) und zur Organisation der Buchführung geübt werden.

Bitte beachten Sie: Die einzelnen Aufgaben werden zur Laufzeit generiert. Dabei gibt es zu jeder Frage mehrere sprachlich und inhaltlich unterschiedliche Varianten. Das heißt, dass sich die Tests beim wiederholten Üben unterscheiden. Es ändert sich die Reihenfolge der Fragen, die Reihenfolge der Distraktoren in der jeweiligen Frage und es gibt unterschiedliche Formulierungen der Fragen und der Distraktoren. Es hat also keinen Sinn, sich zu merken, dass bei Frage 1 die Antwort 2 richtig ist usw., sondern man muss jedes Mal die Fragestellung neu erfassen und beantworten.

Zu den einzelnen Antworten erhalten Sie bei der Kontrolle weiterführende Erläuterungen.

Zum Verständnis: Grundlegendes zum Kontenrahmen

In einem Unternehmen gibt es in der Regel viele Arten des Vermögens, der Schulden, der Aufwendungen und Erträge, die, wie es in den vorherigen Kapiteln erlernt werden konnte, auf vorgegebenen und einheitlichen Konten erfasst werden.

Diese Einheitlichkeit der Kontenbezeichnungen gab es in der Frühzeit der Buchführung nicht; Unternehmen entwickelten eigene betriebsindividuelle und nicht selten komplizierte Kontensysteme. Buchführung wurde damit für Außenstehende intransparent und war für Buchhalter, welche den Betrieb wechselten, jedes Mal eine Herausforderung bezüglich der Einarbeitung in das neue Ordnungssystem der Buchführung. Auch zwischenbetriebliche Vergleiche wurden so erschwert, da Konten auch mit einheitlichen Benennungen unterschiedliche Inhalte aufweisen konnten. Außerdem erschwerte ein uneinheitliches Ordnungssystem den Finanzämtern die Betriebsprüfungen.

1937 wurden durch einen Erlass des Reichwirtschaftsministeriums erstmals alle Unternehmen verpflichtet, auf der Basis eines einheitlichen Kontenrahmens (Reichskontenrahmen) ein für alle Betriebe einheitliches Kontenordnungssystem einzuführen, das jedoch auch branchenspezifisch angepasst werden konnte. Jedes Konto bekam damit im Rahmen der Vorgaben des Kontenrahmens eine spezifische eindeutige Kontennummer.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Verwendung eines Kontenrahmens nicht mehr wie im Dritten Reich verbindlich vorgeschrieben, jedoch wurden die Kontenrahmen weiter zur Anwendung durch die jeweiligen Branchenverbände (erstmals 1949 u. a. durch den Arbeitsausschuss Betriebswirtschaft industrieller Verbände) empfohlen. Diese entwickelten im Laufe der Zeit verschiedene Kontenrahmen, welche die spezifischen Bedingungen im Betrieb berücksichtigen sollten. Ein Beispiel für einen Branchenkontenrahmen ist der Industrie-Kontenrahmen (IKR), der erstmals 1971 vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) herausgegeben wurde.

Industriekontenrahmen (IKR)

Kontenklassen

Der Industriekontenrahmen (IKR) teilt alle Konten in 10 Kontenklassen ein (dekadisches Prinzip). Dabei werden die ersten fünf Klassen (0-4) für die Bilanzkonten, d. h. für die aktiven und passiven Bestandskonten vorgehalten. Die folgenden Kontenklassen (5-7) nehmen die Erfolgskonten auf. Die Kontenklasse 8 steht für die Ergebniskonten (EBK,SBK und GuV). Für die speziellen Konten der Kosten- und Leistungsrechnung (z. B. kalkulatorische Abschreibung) steht die Kontenklasse 9 bereit, die jedoch an anderer Stelle im Lernnetz24 behandelt werden.

Kontenklassen der Finanzbuchhaltung (Rechnungskreis I)

Konten­charakterKonten­klasseInhalt der Konten­klasse
Aktive Bestands­konten0Immaterielle Vermögens­gegenstände und Sachanlagen
z. B. Fuhrpark
Aktive Bestands­konten1Finanzanlagen
z. B. Beteiligungen
Aktiva Bestands­konten2Umlaufvermögen und aktive Rechnungs­abgrenzung
z. B. Forderungen, Bank
Passive Bestands­konten3Eigenkapital, Wertberichtigungen, Rückstellungen
z. B. Eigenkapital
Passive Bestands­konten4Verbindlichkeiten und passive Rechnungs­abgrenzung
z. B. Verbindlichkeiten, Umsatzsteuer
Erfolgs­konten (Ertrags­konten)5Erträge
z. B. Umsatzerlöse für eigene Erzeugnisse
Erfolgs­konten (Aufwands­konten)6Betriebliche Aufwendungen
z. B. Büromaterial
Erfolgs­konten (Aufwands­konten)7Weitere Aufwendungen
z. B. Zinsauf­wendungen
Ergebnis­konten8Ergebnisrechnung/ Abschlusskonten
z. B. EBK, SBK und GuV
Hinweis: Die Kontenklasse 9 aus dem Rechnungskreis II findet keine Berücksichtigung in der Übersicht.

Abschlussgliederungsprinzip

Aus der oben in der Tabelle dargestellten Kontensystematik wird deutlich, dass die Kontenklassen nach dem Abschlussgliederungsprinzip aufgebaut sind, d. h. erst werden die über das SBK abzuschließenden Konten und im Anschluss daran die über das GuV abzuschließenden Konten aufgelistet. Folgende Übersicht soll dies verdeutlichen:

SollSBK (Kontenklasse 8)Haben
Kontenklasse 0
Kontenklasse 1
Kontenklasse 3
Kontenklasse 2Kontenklasse 4
SollGuV (Kontenklasse 8)Haben
Kontenklasse 6
Kontenklasse 7
Kontenklasse 5

Teilbezeichnungen der Kontennummer

Nach dem Industriekontenrahmen ist jede Kontennummer vierstellig, wobei die einzelnen Positionen der Nummer bestimmte Bezeichnungen tragen.

Konten­nummerKonten­bezeichnung
2800Bank
Konten­klasseKonten­gruppeKonten­artKonten­unterart

Kontenplan

Für viele Betriebe ist der Kontenrahmen nicht ausreichend an die eigenen Bedürfnisse im Betrieb angepasst. Beispielsweise nutzt ein Musterbetrieb einige Konten, welche im Kontenrahmen vorgegeben sind (z. B. Leasing), nicht. Oder der Betrieb zieht gegenüber dem Kontenrahmen eine feinere Gliederung eines Kontos vor (z. B. anstelle eines Umsatzerlösekontos für eigene Erzeugnisse wünscht der Betrieb zwei Konten: ein Umsatzerlösekonto für eigene Erzeugnisse Norddeutschland und ein Umsatzerlösekonto für eigene Erzeugnisse Süddeutschland).

Nach deutschem Recht ist die individuelle Ausgestaltung des Kontenrahmens durch ein mögliches Weglassen und/oder die Ausdifferenzierung von Konten (in der Regel in der Kontenart und –unterart) möglich. Man nennt diesen betriebsindividuellen "Kontenrahmen" dann Kontenplan (konkrete Kontengliederung).

Sollten im Falle einer betriebsindividuellen Ausgestaltung des Kontenrahmens die vorgegebenen Kontennummern nicht reichen, können auch fünfstellige Kontennummern in den Kontenplan integriert werden.

Viel Erfolg beim Üben.