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Rewe-Trainer: Hinweise zu den Aufgaben zum Nachlesen

4.1 Erfolgskonten: Zuordnungsaufgaben

Die Aufgaben

Im Rahmen dieser Übungsaufgabe soll die grundlegende Systematik der Erfolgskonten erlernt werden. Zur Systematik gehört, dass die Art des Erfolgskontos erkannt wird, d. h. dass nach Nennung einer Kontenbezeichnung ein Aufwands- bzw. Ertragskonto zugeordnet werden kann. Des Weiteren soll der Aufwand und der Ertrag jeweils der richtigen Seite des Kontos (Soll/Haben) zugeordnet werden. Darüber hinaus sollen die Lernenden erkennen, auf welcher Seite sich die Aufwands- bzw. Ertragsposition im GuV befindet.

Eine Aufgabe sieht zum Beispiel so aus:

Ordnen Sie zu! Aufgabe 1 von 20
Die Position Umsatzerlöse für eigene Erzeugnisse ist ein
steht im GuV-Konto auf der Sollseite
steht im GuV-Konto auf der Habenseite

Geübt werden:

Bitte beachten Sie: Die einzelnen Aufgaben werden zur Laufzeit in Paketen zu je 20 zufälligen Fragen aus einem Pool mit 66 Fragen mit zusätzlichen Formulierungsvarianten generiert. Dadurch wird eine bessere Steuerung der Verteilung möglich, denn 18 Aufwandskonten stehen nur 4 Ertragskonten gegenüber.

Üben Sie also am besten, bis Sie das Prinzip verstanden/gelernt haben.

Zum Verständnis: Grundlegendes zu den Erfolgskonten

Bisher wurden im Rahmen der Buchungen auf Bestandskonten nur Positionen des Vermögens (z. B.. Fuhrpark oder Kasse) und Fremdfinanzierungspositionen (z. B.. Verbindlichkeiten) berührt.

Damit waren alle bisherigen Buchungen erfolgsneutral bzw. erfolgsunwirksam, da sich das Eigenkapital des Unternehmens nicht erhöhen oder vermindern konnte.

In der Überzahl der Unternehmen gibt es jedoch viele Geschäftsvorfälle, welche das Eigenkapital verändern und damit einen Erfolg (Gewinn oder Verlust) verursachen. Im Folgenden werden zunächst an Beispielen Auswirkungen von Geschäftsfällen auf das Konto Eigenkapital gezeigt. Danach erfahren Sie, wie Erfolgskonten verwendet werden.

Buchung des Aufwands und Ertrags im Eigenkapital

Für das Beispiel gehen wir für das Musterunternehmen Möbelfabrik A. Wurm e. Kfm. von folgenden Annahmen aus:

Die Buchungssätze für die laufenden Buchungen im Grundbuch lauten:

Grundbuch
SollHabenSollHaben
EigenkapitalBank100,00 €100,00 €
BankEigenkapital50,00 €50,00 €

Unter Berücksichtigung beider Buchungen (Minderung und Mehrung) stellt sich das Konto Eigenkapital wie folgt dar:

Hauptbuch
SollEigenkapitalHaben
Bank100,00 €EBK1.000,00 €
SBK950,00 €Bank50,00 €
1050,00 €1050,00 €

Das Eigenkapital wird als Bestandskonto über das SBK abgeschlossen.

Einrichtung von Erfolgskonten zur Buchung des Aufwands und Ertrags

Im Laufe eines Geschäftsjahres gibt es in einem Unternehmen in der Regel eine Vielzahl von Erfolgsbuchungen, d. h. Buchungen mit der Beteiligung des Kontos Eigenkapital. Das Konto selbst würde nach kurzer Zeit sehr unübersichtlich werden, wenn dort z. B.. Hunderte von Buchungen eingetragen werden würden (z. B.. Zinsaufwand, Lohnaufwand, Rohstoffaufwand usw.).

Aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit werden nun für jede Art der Aufwendungen und Erträge eigene Konten eingerichtet. Man nennt diese Konten entsprechend Aufwands- bzw. Ertragskonten.

Diese Aufwands- und Ertragskonten sind mit dem Eigenkapitalkonto verwandt, d. h. es wird auf ihnen in gleicher Weise gebucht. Aufwendungen werden im Soll und Erträge im Haben gebucht.

Beispiel: Aufwandskonto

Dem Unternehmen Wurm werden wie im Beispiel oben Überziehungszinsen in Höhe von 100 € vom Bankkonto abgebucht.

Die Zinszahlungen vermindern das Vermögen auf dem aktiven Bestandskonto Bank und auf dem passiven Bestandskonto Eigenkapital. Anstelle einer Buchung auf dem Konto Eigenkapital wird die Buchung auf dem Aufwandskonto Zinsaufwand vorgenommen.

Der Buchungssatz lautet folgendermaßen:

Grundbuch
SollHabenSollHaben
ZinsaufwandBank100,00 €100,00 €

Das Aufwandskonto Zinsaufwand sieht nach der Buchung so aus:

Hauptbuch
SollZinsaufwandHaben
Bank100,00 €

Beispiel: Ertragskonto

Das Unternehmen Wurm erhält wie im Beispiel oben auf seinem Bankkonto 50 € Habenzinsen gutgeschrieben.

In diesem Fall erhöht sich das Vermögen auf dem aktiven Bestandskonto Bank und auf dem passiven Bestandskonto Eigenkapital. Anstelle einer Buchung auf dem Konto Eigenkapital wird die Buchung auf dem Ertragskonto Zinsertrag vorgenommen.

Der Buchungssatz lautet folgendermaßen:

Grundbuch
SollHabenSollHaben
BankZinserträge50,00 €50,00 €

Das Ertragskonto Zinserträge sieht nach der Buchung so aus:

Hauptbuch
SollZinserträgeHaben
Bank50,00 €

Abschlussbuchungen

Abschluss der Erfolgskonten über das Konto GuV

Am Ende des Geschäftsjahres müssen die Erfolgskonten wieder auf das Eigenkapitalkonto übertragen werden. Dies geschieht nicht direkt, sondern indirekt über das so genannte Gewinn- und Verlustkonto (GuV), welches dann im zweiten Schritt über das Eigenkapitalkonto abgeschlossen wird.

Grundbuch: Abschlussbuchungen

Abschluss des Aufwandskontos (100 € Überziehungszinsen):

SollHabenSollHaben
GuVZinsaufwand100,00 €100,00 €

Abschluss des Ertragskontos (50 € Guthabenzinsen):

SollHabenSollHaben
ZinsertragGuV50,00 €50,00 €

Hauptbuch

SollZinsaufwandHaben
Bank100,00 €GuV100,00 €
100,00 €100,00 €
SollZinsetragHaben
GuV50,00 €Bank50,00 €
50,00 €50,00 €

Im GuV sieht es danach folgendermaßen aus:

SollGuVHaben
Zinsaufwand100,00 €Zinsertrag50,00 €

Abschluss des GuV über das Eigenkapitalkonto

Das Unternehmen Wurm hat laut Beispiel im Geschäftsjahr einen Verlust von 50 € erwirtschaftet, wie sich aus dem GuV ablesen lässt (Zinsertrag 50 €/Zinsaufwand 100 €). Dieser Verlust (wie auch ein eventueller Gewinn) muss zum Geschäftsjahresende über das Konto Eigenkapital abgeschlossen werden.

Grundbuch

Abschlussbuchung GuV

SollHabenSollHaben
EigenkapitalGuV50,00 €50,00 €

Hauptbuch

SollGuVHaben
Zinsaufwand100,00 €Zinsertrag50,00 €
Eigenkapital/Verlust50,00 €
100,00 €100,00 €

Dieser Verlust des Unternehmens Wurm wird auf das Konto Eigenkapital übertragen.

SollEigenkapitalHaben
GuV/Verlust50,00 €EBK1.000,00 €
SBK950,00 €
1000,00 €1000,00 €

Aus den Konten GuV und Eigenkapital wird ersichtlich, dass sich das Eigenkapital des Unternehmens Wurm von 1.000 € auf 950 € vermindert hat. Diese 950 € werden dann mit Hilfe eines Abschlussbuchungssatzes auf das Konto SBK übertragen (hier aus Vereinfachungsgründen nicht aufgeführt).

Die folgende zusammenfassende Übersicht sollte Ihnen beim Üben helfen:

Übersicht Erfolgskonten

Werden Erfolgskonten als T-Konten geführt, so gelten folgende Regeln der Eintragung:

AufwandskontenErtragskonten
  • Aufwendungen werden im Soll eingetragen.
  • Aufwandskonten stehen im GuV-Konto im Soll.
  • Erträge werden im Haben eingetragen.
  • Ertragskonten stehen im GuV-Konto im Haben.

In der Übung werden folgende Erfolgskonten verwendet:

AufwandskontenErtragskonten
  • Aufwendungen für Betriebsstoffe
  • Aufwendungen für Energie und Treibstoffe
  • Aufwendungen für Hilfsstoffe
  • Aufwendungen für Rohstoffe
  • Aufwendungen für Vorprodukte/Fremdbauteile
  • Büromaterial
  • Fremdinstandhaltung
  • Gehälter
  • Kosten des Geldverkehrs
  • Kosten Telekommunikation
  • Löhne
  • Mietaufwand
  • Portokosten
  • Versicherungsbeiträge
  • Vertriebsprovisionen
  • Werbung
  • Zeitungen und Fachliteratur
  • Zinsaufwand
  • Umsatzerlöse für eigene Erzeugnisse
  • Umsatzerlöse für Waren
  • Mieterträge
  • Zinserträge

Viel Erfolg beim Üben.