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Rewe-Trainer: Hinweise zu den Aufgaben zum Nachlesen

4.2 Erfolgskonten: einfacher Buchungssatz, Geschäftsfall als Text

Die Aufgaben

Im Rahmen dieser Übungsaufgabe sollen einfache Buchungssätze ohne Berücksichtigung der Umsatzsteuer anhand einfacher Textaufgaben geübt werden. Es werden also jeweils zwei Konten angesprochen.

Die bereits vom Thema 3 bekannten Bestandskonten werden jetzt um Erfolgskonten (s. 4.1) erweitert. Sollten Sie noch Unsicherheiten mit den Bestandskonten haben, üben Sie bitte die entsprechenden Aufgaben.

Eine Aufgabe sieht zum Beispiel so aus:

Der Geschäftsfall

Ein Betriebsfahrzeug des Unternehmens Wurm wird betankt, Kosten 57,50 €, Barzahlung

Grundbuch
SollHabenSollHaben
57,50 €57,50 €

Bei den Übungen geht es darum, den Geschäftsfall zu erfassen und zu erkennen, welchen Konten er zuzuordnen ist.

Da immer nur ein Betrag pro Aufgabe gegeben ist, entfällt der Eintrag des Betrags in Soll und Haben.

Zum Verständnis: Grundlegendes zum Erstellen einfacher Buchungssätze

Wie Sie bereits wissen, entstehen in einem Unternehmen im Laufe eines Geschäftsjahres viele Geschäftsfälle. Diese Veränderungen werden in dafür vorgesehenen Konten eingetragen.

Um einen Geschäftsfall in ein Konto einzutragen bzw. zu buchen, wird vorab aus dem Geschäftsfall ein so genannter Buchungssatz gebildet, welcher später das Eintragen bzw. Buchen erleichtert.

Das Hauptproblem für Lernende ist erfahrungsgemäß das Erkennen der zu verwendenden Konten.

Folgende Aufstellung soll Ihnen das Erkennen der zu verwendenden Konten in Geschäftsfällen im Zusammenhang mit Erfolgskonten erleichtern:

Aufwandskonten
Aufwendungen für RohstoffeDas Konto Rohstoffaufwand erfasst in der Fertigung verbrauchte Rohstoffe (z. B.. Holz wird zersägt und ein Schrank wird daraus hergestellt). Werden Rohstoffe aus dem Bestand entnommen und in die Produktion überführt, so liegt aus Dokumentationsgründen als Beleg ein Materialentnahmeschein (ME) vor. Auf dem Konto Rohstoffe wird auf Basis des Belegs eine Minderung gebucht. Zur Erinnerung: Rohstoffe sind Hauptbestandteile des Produktionsguts.
Aufwendungen für HilfsstoffeDas Konto ist inhaltlich mit dem Rohstoffaufwand verwandt. Hier werden jedoch Hilfsstoffe (Nebenbestandteile des Produktionsguts) anstelle von Rohstoffen aus dem Bestand entnommen und in die Produktion überführt. Zur Dokumentation der Bestandsminderung liegt auch hier ein Materialentnahmeschein (ME) vor.
Aufwendungen für BetriebsstoffeBetriebsstoffe sind Stoffe, welche für die Produktion benötigt werden, jedoch nicht in das Produktionsgut selbst einfließen. Das Konto Betriebsstoffaufwand zeigt genau wie die Konten Rohstoffaufwand und Hilfsstoffaufwand den Verbrauch an. Die Bestandsentnahme wird durch einen Materialentnahmeschein (ME) dokumentiert.
Aufwendungen für Vorprodukte und FremdbauteileVorprodukte/Fremdbauteile sind Bestandteile, die im Endprodukt verbaut werden, jedoch nicht selbst vom Unternehmen gefertigt werden. Als Beispiel seien in der Möbelfabrik Wurm die Schrankschlösser genannt. Werden diese Schlösser aus dem Bestand in die Verarbeitung überführt, so muss ein Aufwand für Vorprodukte/Fremdbauteile vorliegen. Als Beleg zur Dokumentation liegt ein Materialentnahmeschein (ME) vor.
Aufwendungen für Energie und TreibstoffeBenzin- bzw. Diesel- sowie Strom- und Gaskosten werden über dieses Konto gebucht.
BüromaterialUnter Büromaterial werden alle Verbrauchsmaterialien (z. B.. Papier, Stifte), die für eine Tätigkeit im Büro notwendig sind, sowie Kleinanschaffungen bis 150 € netto pro Einheit erfasst (z. B.. Taschenrechner, Locher).
Fremdinstand­haltungAuf dem Konto Fremdinstandhaltung werden alle Aufwendungen der Instandhaltung des Anlagevermögens (z. B.. Reparatur eines Lastwagens aus dem Fuhrpark, Wartung der EDV-Anlage, usw.) durch externe Unternehmen erfasst.
GehälterIm Gegensatz zu den Löhnen werden im kaufmännisch-verwaltenden Bereich (für Angestellte) Gehälter gezahlt. Dabei wird das Arbeitsentgelt i. d. R. in Form eines Monatsgehaltes unabhängig von der geleisteten Arbeitszeit und erbrachten Leistung gezahlt.
LöhneHierunter fallen die Mitarbeiterentgelte aus dem gewerblichen Bereich (für Arbeiter), bei denen das Arbeitsentgelt oftmals von der geleisteten Arbeit abhängt (z. B.. Stundenlohn, Akkordlohn).
Kosten der TelekommunikationAuf diesem Konto werden alle in einem Unternehmen regelmäßig anfallenden Kosten für das Telefon oder auch den Internetanschluss (z. B.. DSL-Anschluss) erfasst.
Kosten des GeldverkehrsDarunter fallen alle Aufwendungen, welche durch die Inanspruchnahme von Gelddienstleistern (z. B.. eine Bank) entstehen. Als Beispiel seien die Kontoführungsgebühren genannt.
MietaufwandBesitzt ein Unternehmer kein Eigentum an Immobilien, so wird er diese mieten oder pachten. Die Aufwendungen dafür werden über das Konto Mietaufwand abgerechnet.
PortokostenHierunter fallen die Aufwendungen für Briefmarken oder Paketdienste.
Versicherungs­beiträgeAuf diesem Konto werden alle Versicherungsbeiträge bzw. Versicherungsprämien (z. B.. Feuerversicherung, Gebäudeversicherung, Haftpflichtversicherung usw.) erfasst.
VertriebsprovisionenAuf diesem Konto werden alle Provisionen, die durch den Vertrieb durch Dritte (z. B.. Handelsvertreter) entstehen, erfasst.
WerbungBetrifft alle Aufwendungen, welche durch Werbeaktivitäten verursacht werden (z. B.. die Druckkosten für einen Flyer oder das Buchen einer Radiowerbung).
Zeitungen und FachliteraturHier werden alle Aufwendungen für Zeitungen (z. B.. Kauf einer Ausgabe des Spiegels, Abonnement des Handelsblatts, Kauf der Sonderausgabe der c't Robotersteuerung) sowie für Fachliteratur (z. B.. Gesetzestexte, Management, Personalführung usw.) erfasst.
ZinsaufwandDas Konto erfasst alle Aufwendungen für Zinsen seitens des Unternehmers. In erster Linie sind das Kreditzinsen für in Anspruch genommene Kredite (z. B.. Überziehungskredit oder Zinsen für einen langfristigen Kredit).
Ertragskonten
Umsatzerlöse für eigene ErzeugnisseÜber dieses Konto werden alle Verkaufserlöse der selbst produzierten Güter erfasst.
Umsatzerlöse für WarenDieses Konto erfasst die Verkaufserlöse der Handelswaren. Das sind Güter, die das Unternehmen nicht selbst produziert hat, sondern im Rahmen der Sortimentserweiterung einkauft und weiterverkauft.
MieterträgeHat ein Unternehmen Immobilien, welche nicht selbst genutzt werden, so kann es diese weitervermieten. Die Erlöse aus diesem Geschäft werden über das Konto Mieterträge erfasst.
ZinserträgeErfasst alle Arten der Zinserträge (z. B.. Zinsgutschriften der Bank oder auch Verzugszinsen, welche Kunden in Rechnung gestellt wurden.)

Vorgehen bei der Bildung eines Buchungssatzes

Man sollte in folgenden Schritten vorgehen:

  1. zu verwendende Konten bestimmen
  2. Kontoart bestimmen (aktives/passives Bestandskonto bzw. Aufwands-/Ertragskonto)
  3. Mehrung/Minderung bzw. Aufwendungen/Erträge bestimmen
  4. Soll/Haben-Buchung ableiten
  5. Buchungssatz nach Regel "Soll an Haben" erstellen

Beispiel für einen Geschäftsfall

Ein Betriebsfahrzeug des Unternehmens Wurm wird betankt, Kosten 57,50 €, Barzahlung

  1. Die zu verwendenden Konten sind Kasse (wegen der Barzahlung) und Aufwendungen für Energie/Treibstoffe (Benzin oder Diesel für das Fahrzeug).
  2. Kasse ist ein aktives Bestandskonto und Aufwendungen für Energie/Treibstoffe ist ein Aufwandskonto. Das muss man wissen bzw. lernen.
  3. Das Konto Kasse wird "vermindert", denn wir geben das Geld für den Treibstoff aus. Auf der anderen Seite ist der Treibstoff für den Verbrauch bestimmt. Es entsteht ein Aufwand. Wir halten fest:
    • Fuhrpark => Aufwandskonto=> Aufwendung
    • Kasse => aktive Bestandskonto=> Minderung
  4. Das Konto Aufwendungen für Energie/Treibstoffe ist ein Aufwandskonto und Aufwendungen müssen im Soll gebucht werden.
    Da Kasse ein aktives Bestandskonto ist und eine Minderung vorliegt, muss im Haben gebucht werden.
    Das ist Lernstoff, den man wissen oder lernen muss (s. Bestandskonten, Erfolgskonten). Für das Beispiel halten wir übersichtlich fest:
    • Aufwendungen für Energie/Treibstoffe => Aufwandskonto=> Aufwendung => im Soll
    • Kasse => aktives Bestandskonto=> Minderung => im Haben
  5. Buchungssatz nach der Regel "Soll an Haben" im Grundbuch erstellen:
Grundbuch
SollHabenSollHaben
Aufwendungen für Energie/TreibstoffeKasse57,50 €57,50 €

Viel Erfolg beim Üben.