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BWL-Trainer: Hinweise zu den Aufgaben zum Nachlesen

7.5 Bankkarte, Debitkarte, Kreditkarte - Multiple Choice

Die Aufgaben

Mit Hilfe eines Multiple-Choice-Tests können Fragen rund um das Thema Geldkarten (Bank-, Debit- und Kreditkarte) geübt werden.

Bitte beachten Sie: Die einzelnen Aufgaben werden zur Laufzeit generiert. Dabei gibt es zu jeder Frage mehrere sprachlich und inhaltlich unterschiedliche Varianten. Das heißt, dass sich die Tests beim wiederholten Üben unterscheiden. Es ändert sich die Reihenfolge der Fragen, die Reihenfolge der Distraktoren in der jeweiligen Frage und es gibt unterschiedliche Formulierungen der Fragen und der Distraktoren. Es hat also keinen Sinn, sich zu merken, dass bei Frage 1 die Antwort 2 richtig ist usw., sondern man muss jedes Mal die Fragestellung neu erfassen und beantworten.

Zu den einzelnen Antworten erhalten Sie bei der Kontrolle weiterführende Erläuterungen.

1. Bankkarte

Eine Bankkarte ist eine kleine Kunststoffkarte im Kreditkartenformat (85,6 mm * 53,98 mm (auch ID-1 Format genannt), weitere Infos hier: https://de.wikipedia.org/wiki/ISO/IEC_7810).

Die Bankkarte beinhaltet in der Regel einen Magnetstreifen auf der Rückseite oder einen Chip auf der Vorderseite. Sie wird von der Hausbank, d. h. der eigenen Bank, ausgegeben. Mit Hilfe der Bankkarte kann man am Geldautomaten oder am Schalter der eigenen Hausbank Geld abheben.

Bei einer Barabhebung am Schalter muss zur Legitimation anstelle der PIN auf dem Auszahlungsbeleg unterschrieben und ggfs. ein Ausweis vorgelegt werden.

Bankkarte (Symbolabbildung)

Abbildung: Bankkarte

Quelle: https://openclipart.org

2. Debitkarte

Mit der Debitkarte lässt sich nicht nur bei der eigenen Hausbank Geld abheben, sondern auch bei anderen Banken, die am Debitkartensystem beteiligt sind. Darüber hinaus kann auch bei Akzeptanzstellen (z. B. bei einem Supermarkt) mit der Karte bezahlt werden.

Wenn mit der Debitkarte an einem POS-Terminal (Point of Sale Terminal) mit Eingabe einer Geheimnummer oder durch kontaktloses Übermitteln der Daten bezahlt wird, so wird die Abbuchung vom eigenen Konto sofort vorgenommen.

Hinweis: Ein POS-Terminal ist der kleine schwarze Kasten an der Kasse, in den die Debitkarte bei Zahlung eingeführt und die Geheimnummer über eine Tastatur eingegeben wird. Bei kontaktlosem Bezahlen mit der Debitkarte wird die Karte in kurzem Abstand über das Terminal gehalten.

Gedeckt ist die Debitkarte bei Zahlungen nur in der Höhe des mit der Hausbank vereinbarten Dispositionskredits (kurz: Dispo). Ist dieser erschöpft, so wird die Zahlung mit der Karte verweigert.

In Deutschland sind folgende Debitkartensysteme verbreitet: Girocard, V-Pay und Maestro.

2.1 Debitkartensysteme

2.1.1 Girocard (früher Electronic Cash genannt)

Das System Girocard (Eigenschreibweise: girocard) ist das Debitkartensystem der Deutschen Kreditwirtschaft (siehe hier: https://die-dk.de/zahlungsverkehr/zulassungsverfahren/electronic-cash-system/). In der Regel nehmen alle deutschen Banken an diesem System teil. Nach Aussage der Deutschen Kreditwirtschaft gibt es in Deutschland (2018) ca. 820.000 Endgeräte in den Akzeptanzstellen im Handel oder an den Tankstellen. Auch lässt sich mit der Girocard an nahezu allen Bankautomaten in Deutschland Geld abheben.

Gekennzeichnet werden die Debitkarten und die Akzeptanzstellen des Girocardsystems mit folgendem Logo:

Abbildung: Logo Girocard

2.1.2 V-Pay

V-Pay (Eigenschreibweise V PAY) ist das Debitkartensystem von VISA.

V-Pay ist hauptsächlich ein europäisches Debitkartensystem. Jedoch gibt es auch weltweit einige Akzeptanzstellen, bei denen Geld abgehoben oder mit der Karte bezahlt werden kann. In Deutschland bieten die Banken ihren Kartennutzern neben girocard auch V-Pay an (die Debitkarte kann auch mit beiden Debitkartensystemen gleichzeitig ausgestattet werden), damit ihre Kunden in Europa bzw. weltweit Geld abheben können.

Als Erkennungslogo dient auf den Debitkarten und an den Akzeptanzstellen das V-Pay-Symbol:

Abbildung: V-Pay-Logo

2.1.3 Maestro

Maestro ist ein internationaler Debitkartendienst, der von Mastercard betrieben wird. Er hat von allen Debitkartendiensten die größte Reichweite. Bargeldlose Zahlungen und Bargeldabhebungen sind immer dann möglich, wenn folgendes Logo vorzufinden ist:

Abbildung: maestro-Logo

Ähnlich wie bei V-Pay nutzen deutsche Banken als Ergänzung zu girocard auch maestro, um auch hier den eigenen Kunden ein weltweites bargeldloses Zahlungssystem zu bieten.

2.2 EL-Verfahren (online) bei Debitkarten in Deutschland

Beim EL-Verfahren (Einzug-Lastschrift-Verfahren) online wird die Debitkarte wie beim POS-Verfahren in das POS-Terminal eingeführt und die Daten auf der Karte werden mit einer Sperrliste abgeglichen. Ist die Karte gesperrt (z. B. Verlust), dann ist eine Zahlung nicht möglich.

Im nächsten Schritt wird beim EL-Verfahren online vom POS-Terminal eine SEPA-Lastschrift als Beleg generiert, der vom Kunden noch unterschrieben werden muss. Mit der Unterschrift auf den Zahlungsbeleg willigt der Kunde den Einzug des fälligen Betrags per Lastschrift ein. Der unterschriebene Beleg wird anschließend durch den Händler bei seiner Hausbank eingereicht.

Im Gegensatz zum POS-Verfahren wird beim EL-Verfahren das Geld demnach nicht sofort vom Konto abgebucht und dem Händler gutgeschrieben. Auch liegt beim EL-Verfahren das vollständige Risiko für eine Bezahlung und den Geldeingang beim Händler. So ist zum Beispiel nicht abgesichert, ob das Konto des Kunden gedeckt ist. Daher eignet sich das EL-Verfahren nicht für den Einzug von sehr hohen Beträgen.

Viele Händler nutzen trotz der Gefahren das EL-Verfahren, weil das Verfahren im Gegensatz zum POS-Verfahren mit Eingabe der Geheimnummer viel günstiger ist. Es entfallen die Gebühren an die Bank für die Abfrage und den sofortigen Geldeinzug.

Beim EL-Verfahren hat der Kunde überdies wie bei allen SEPA-Lastschriften innerhalb von acht Wochen die Möglichkeit, der Abbuchung zu widersprechen (siehe Lernnetz24 Thema: 7.3).

Hinweis: Das EL offline wird an dieser Stelle nicht besprochen, da es nicht Bestandteil der meisten IHK-Prüfungen ist. Weitergehende Infos finden Interessierte hier: http://ec-cash-arbeitsgemeinschaft.de/ec-cash-kartenzahlungen/elv-einzug-lastschrift-verfahren-kartenzahlung.html.

2.3 Debitkarte einschließlich Geldkartenfunktion (Karte mit Prepaid-Funktion)

Abbildung: Geldkarte-Logo

Ist auf der Debitkarte das Geldkarten-Symbol abgebildet (vgl. Abbildung rechts), so ist auf dem Chip auf der Karte eine so genannte Geldkartenfunktion (elektronische Geldbörse) vorhanden.

Der Chip kann mit bis zu 200 € im Voraus am Geldautomaten aufgeladen werden (Prepaid). Im Anschluss an die Einzahlung ist es dann möglich, an verschiedenen Automaten (z. B. Parkautomaten, Zigarettenautomaten) mit der Karte zu bezahlen. Ist das Guthaben auf dem Chip aufgebraucht, so ist die Zahlungsfunktion der Geldkarte nicht mehr nutzbar.

Vorteil der Geldkarte ist, dass man kein Kleingeld mit sich herumtragen muss. Der Zahlvorgang an der Kasse beschleunigt sich und die Zahlung ist darüber hinaus anonym. Nachteil ist, dass bei einem Verlust der Debitkarte das auf dem Chip gespeicherte Geld vom Finder ohne PIN abgerufen werden kann.

3. Kreditkarte

Eine Kreditkarte wird von Kreditkartenorganisationen (z. B. Mastercard, VISA, Diners, American Express) ausgegeben. Sie hat die gleiche äußere Form wie eine normale Bank- oder Debitkarte, nur dass die Kreditkartennummer bei einer "echten" Kreditkarte (anders als zum Beispiel die IBAN bei einer Debitkarte) erhaben geprägt ist (so genannte Hochprägung). Auf der Karte ist das Kreditkartenlogo der ausgebenden Kreditkartenorganisation aufgedruckt.

Mit einer Kreditkarte kann weltweit an sehr vielen Akzeptanzstellen bezahlt oder Geld abgehoben werden, was für die Kunden in der Regel ein großer Vorteil ist.

Übersicht: Kreditkartenakzeptanzstellen in Deutschland und in der Welt am Beispiel VISA und Mastercard 2018

AkzeptanzstellenVISAMastercard
Deutschland490.000500.000
weltweit46 Mio.44,4 Mio.

Quelle: https://www.kreditkarte.net/

Da die Händlergebühren für die Kreditkartenzahlung in der Regel höher sind als bei einer Debitkartenzahlung, akzeptieren viele kleinere Händler die Bezahlung mit einer Kreditkarte nicht.

Wird mit einer "echten" Kreditkarte bezahlt, so wird der Inhaber der Karte nicht sofort mit der fälligen Zahlung seitens der Kreditkartenorganisation belastet. Die Fälligkeit der Zahlung liegt zu einem späteren Zeitpunkt, so dass der Kunde einen zinslosen Kredit seitens der Kreditkartenorganisation erhält. Aus diesem Grund ist eine Bonitätsprüfung und Schufaprüfung (Hinweis: Bei der Schufa werden zum Beispiel Probleme bei vergangenen Kreditrückzahlungen erfasst.) bei Antrag für eine Kreditkarte seitens der Kreditkartenorganisationen vorgesehen.

In der Betriebswirtschaftslehre unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten von Kreditkarten: Charge-Kreditkarten und Revolving-Kreditkarten.

Charge-Kreditkarten

In Deutschland werden die Charge-Kreditkarten am meisten von den Banken ausgegeben. Hierbei hat der Kunde beim Bankinstitut meist ein Girokonto und die Bank gibt in Verbindung mit der Kreditkartenorganisation die Charge-Kreditkarte als Supplement (Ergänzung) aus.

Am Monatsende (gelegentlich auch andere Zeiträume, z. B. alle zwei Monate) werden alle Umsätze abgerechnet und das Girokonto automatisch belastet. Der Kunde erteilt der Bank in der Regel hierzu eine Ermächtigung. Individuelle Ratenrückzahlungen sind bei den Charge-Kreditkarten nicht vorgesehen.

Revolving-Kreditkarten

Bei der Revolving-Kreditkarte unterscheidet sich die Abrechnung gegenüber der Charge-Kreditkarte. Die Abrechnung erfolgt wie bei der Charge-Kreditkarte in vorgesehenen Zeiträumen (z. B. am Ende des Monats), jedoch besteht die Möglichkeit, die Kreditrückzahlung individueller zu gestalten. Dabei werden mit der Bank meist Ratenzahlungen mit festen Rückzahlungsterminen vereinbart. Abhängig von der Kreditwürdigkeit kann es jedoch für den Kunden auch andere Rückzahlungsvariationen geben, z. B. könnte ein Kunde monatlich 2, 5, 10 oder 50 % der offenen Summe zurückzahlen.

Prepaid-Kreditkarten - so genannte "falsche" Kreditkarten

Neben den "echten" bzw. "richtigen" Kreditkarten gibt es auch Karten, die als Kreditkarten bezeichnet werden, jedoch dem Kunden keinen Kredit gewähren ("falsche" Kreditkarten). Der Vorteil solcher "falschen" Kreditkarten ist, dass man mit ihnen an allen Kreditkartenakzeptanzstellen wie mit normalen Kreditkarten bezahlen kann.

Eine bekannte "falsche" Kreditkarte ist die Prepaid-Kreditkarte.

Prepaid-Kreditkarten werden in der Regel ohne Schufa-Auskunft und Bonitätsprüfung ausgegeben, da hier keine Gefahr der Verschuldung besteht. Der Kunde zahlt auf die Kreditkarte ein Guthaben auf und kann dann mit der Kreditkarte an den Akzeptanzstellen seiner Kreditkartenorganisation überall Geld abheben und auch bezahlen. Nach Überweisung auf das Guthaben der Kreditkarte ist die Kreditkarte einsatzbereit. Prepaid-Kreditkarten werden oft an Studenten, Arbeitslose usw. ausgegeben.

Für die Kreditkartenorganisationen ist das Anbieten einer solchen Karte ein interessantes Nebengeschäft.

Erkennen kann man Prepaid-Kreditkarten daran, dass die Kreditkartennummer nicht erhöht gedruckt ist.

Exkurs: Kontaktloses Bezahlen mit Debitkarten und Kreditkarten

Mit einigen Debit- und Kreditkarten besteht die Möglichkeit, dass man kontaktlos bezahlen kann. Hierbei benötigt man keine PIN, die eingegeben werden muss. Vielmehr hält man die Karte nur mit geringem Abstand über das Lesegerät (meist POS-Terminal).

Aus Sicherheitsgründen ist das kontaktlose Bezahlen auf eine Höhe von 25 € beschränkt.

Ist kontaktloses Bezahlen möglich, so wird auf den Debit- und Kreditkarten folgendes Logo verwendet:

Abbildung: Kontaktlos-zahlen-Logo

Viel Erfolg beim Üben.