BWL
BWL-Trainer: Hinweise zu den Aufgaben zum Nachlesen

5.16 Preis: Rückwärtskalkulation - ohne Umsatzsteuer mit Vertriebsprovision

Die Aufgaben

Bei dieser Form der Aufgaben soll ausgehend von einem Listenverkaufspreis netto der Listeneinkaufspreis netto errechnet werden. Zum Beispiel (Ergebnisse sind bereits eingetragen, wenn Sie den Mauszeiger auf ein Ergebnis halten, wird der Rechenweg eingeblendet):

Kalkulieren Sie anhand der Informationen den Listeneinkaufspreis (LEP) netto pro Stück!

Die Computec GmbH möchte Computer für einen Listenverkaufspreis netto von 1000,00 € je Stück verkaufen. Wie hoch darf der Listeneinkaufspreis netto höchstens sein, wenn folgende Daten zugrunde liegen:
Vertriebsprovision: 3 %, Kundenrabatt: 5 % und Kundenskonto: 2 %
Gewinnzuschlagssatz: 25 %
Handlungskostenzuschlagsatz: 50 %
Bezugskosten: 6,53 €
Lieferskonto: 2 % und Lieferrabatt: 20 %
Der Umsatzsteuersatz beträgt 19 %.

Handelskalkulationsvorlage

1.)Listeneinkaufspreis (LEP), netto625,00 €

16. Schritt: Ermittlung des Listeneinkaufspreises netto

Listeneinkaufspreis netto = Zieleinkaufspreis + Rabatt

Im Beispiel: 625,00 € = 500,00 € + 125 €

Lösung: Der Listeneinkaufspreis netto beträgt 625,00 €.

2.) - Lieferrabatt125,00 €

15. Schritt: Ermittlung des Lieferantenrabatts

Der Rabatt wird im Rahmen der Rückwärtskalkulation ausgehend vom Zieleinkaufspreis berechnet. Dabei geht man von einem um den Rabatt verminderten Grundwert aus.

Im Beispiel gewährt der Lieferant der Computec AG 20 % Rabatt.

Dreisatzrechnung

80 % = 500,00 €
20 % = x (Rabatt in Euro)
x = (500,00 € · 20) : 80
x = 125 €

Lösung: Der Lieferrabatt beträgt 125 €.

3.)Zieleinkaufspreis (ZEP)500,00 €

14. Schritt: Ermittlung des Zieleinkaufspreises

Zieleinkaufspreis = Bareinkaufspreis + Lieferantenskonto

Im Beispiel: 500,00 € = 490,00 € + 10,00 €

Lösung: Der Zieleinkaufspreis beträgt 500,00 €.

4.) - Lieferskonto10,00 €

13. Schritt: Ermittlung des Lieferantenskontos

Der Lieferantenskonto wird im Rahmen der Rückwärtskalkulation ausgehend vom Bareinkaufspreis (BEP) errechnet. Dabei geht man von einem um den Kundeskontosatz verminderten Grundwert aus.

Im Beispiel erhält die Computec GmbH vom Lieferanten 2 % Skonto.

Dreisatzrechnung

98 % = 490,00 €
2 % = x (Skonto in Euro)
x = (490,00 € · 2) : 98
x = 10,00 €

Lösung: Der Lieferantenskonto beträgt 10,00 €.

5.)Bareinkaufspreis (BEP)490,00 €

12. Schritt: Ermittlung des Bareinkaufspreises

Bareinkaufspreis = Bezugspreis - Bezugskosten

Im Beispiel: 490,00 € = 496,53 € - 6,53 €

Lösung: Der Bareinkaufspreis beträgt 490,00 €.

6.) + Bezugskosten6,53 €

11. Schritt: Ermittlung der Bezugskosten

Im Beispiel betragen die Bezugskosten 6,53 €. Dieser Betrag ist zu übernehmen.

7.)Bezugspreis496,53 €

10. Schritt: Ermittlung des Bezugspreises

Bezugspreis = Selbstkosten - Handlungskosten

Im Beispiel: 496,53 € = 744,80 € - 248,27 €

Lösung: Der Bezugspreis beträgt 496,53 €.

8.) + Handlungskosten248,27 €

9. Schritt: Ermittlung der Handlungskosten

Um die Handlungskosten im Rahmen der Rückwärtskalkulation zu ermitteln, wird den Selbstkosten ein vermehrter Grundwert zugeordnet. Der Grundwert von 100 erhöht sich um den Handlungskostenzuschlagssatz.

In Beispiel beträgt der Handlungskostenzuschlagssatz 50 %.

Dreisatzrechnung

150 % = 744,80 €
50 % = x (Handlungskosten in Euro)
x = (744,80 € · 50) : 150
x = 248,27 €

Lösung: Die Handlungskosten betragen im 248,27 €.

9.)Selbstkosten744,80 €

8. Schritt: Ermittlung der Selbstkosten

Selbstkosten = Barverkaufspreis - Gewinn

Im Beispiel: 744,80 € = 931,00 € – 186,20 €

Lösung: Die Selbstkosten betragen 744,80 €.

10.) + Gewinn186,20 €

7. Schritt: Ermittlung des Gewinns

Der Gewinnaufschlag wird in der Rückwärtskalkulation ausgehend vom Barverkaufspreis (BVP) berechnet. Der Grundwert 100 wird um den Prozentsatz des Gewinnaufschlags vermehrt.

Im Beispiel beträgt der Gewinnaufschlag 25 %.

Dreisatzrechnung

125 % = 931,00
25 % = x (Gewinn in Euro)
x = (931,00 € · 25 %) : 125 %
x = 186,20 €

Lösung: Der Gewinnzuschlag beträgt 186,20 €.

11.)Barverkaufspreis (BVP)931,00 €

6. Schritt: Ermittlung des Barverkaufspreises

Barverkaufspreis = Zielverkaufspreis - Kundenskonto

Im Beispiel: 931,00 € = 950,00 € – 19,00 €

Lösung: Der Barverkaufspreis beträgt 931,00 €.

12.) + Kundenskonto19,00 €

5. Schritt: Ermittlung des Kundenskontos

Der Kundenskonto wird ausgehend vom Zielverkaufspreis (ZVP) errechnet. Dabei beträgt der Grundwert des ZVP grundsätzlich 100.

Im Beispiel gewährt die Computec GmbH den Kunden Skonto in Höhe von 2 %.

Dreisatzrechnung

100 % = 950,00 €
2 % = x (Skonto in Euro)
x = (950,00 € · 2) : 100
x = 19,00 €

Lösung: Der Kundenskonto beträgt: 19,00 €

13.)Zielverkaufspreis (ZVP)950,00 €

4. Schritt: Ermittlung des Zielverkaufspreises

Zielverkaufspreis = Listenverkaufspreis netto - Vertriebsprovision - Rabatt

Im Beispiel: 950,00 € = 1000,00 € – 30,00 € – 20,00 €

Lösung: Der Zielverkaufspreis beträgt 950,00 €.

14.) + Kundenrabatt20,00 €

3. Schritt: Ermittlung des Kundenrabatts

Der Rabatt wird ausgehend vom Listenverkaufspreis netto errechnet. Dabei beträgt der Grundwert des Listenverkaufspreises netto grundsätzlich 100.

Im Beispiel wird ein Rabatt von 2 % gewährt.

Dreisatzrechnung

100 % = 1000,00 €
2 % = x (Rabatt in Euro)
x = (1000,00 € · 2) : 100
x = 20,00 €

Lösung: Der Kundenrabatt beträgt 20,00 €.

15.) + Vertriebsprovision30,00 €

2. Schritt: Ermittlung der Vertriebsprovision

Die Vertriebsprovision wird ausgehend vom Listenverkaufspreis netto errechnet. Dabei beträgt der Grundwert des Listenverkaufspreises netto grundsätzlich 100.

Im Beispiel wird eine Vertriebsprovision von 3 % gewährt.

Dreisatzrechnung

100 % = 1000,00 €
3 % = x (Vertriebsprovision in Euro)
x = (1000,00 € · 3) : 100
x = 30,00 €

Lösung: Die Vertriebsprovision beträgt 30,00 €.

16.)Listenverkaufspreis netto1000,00 €

1. Schritt: Übertrag des Listenverkaufspreises netto

Der gewünschte Listenverkaufspreis netto muss aus dem Aufgabentext in die Handelskalkulationsvorlage übertragen werden.

Im Beispiel beträgt der gewünschte Listenverkaufspreis netto 1000,00 €.

Bedienungshinweise

Bitte beachten Sie: Die Kontrolle der Ergebnisse bricht beim ersten Fehler bzw. beim ersten leeren Feld ab, da sich jeder Wert aus dem vorhergehenden ableitet. Sollten Sie einen Fehler gemacht haben, prüfen Sie entsprechend die Folgewerte.

Bei der Rückwärtskalkulation rechnet man von unten nach oben ( = rückwärts!)

Die Kontrolle erfolgt also von unten nach oben!

Zum Verständnis

Auch die Rückwärtskalkulation ist wie die Vorwärtskalkulation eine Kalkulation mit langer kaufmännischer Tradition, die in vielen Unternehmen als Instrument der Preisfindung dient. Rückwärts bedeutet in diesem Zusammenhang, dass man in der Handels­kalkulations­vorlage von unten nach oben kalkuliert. Bei den Übungen ist der Ausgangspunkt der Kalkulation ist also nicht der Listeneinkaufspreis netto, sondern der Listenverkaufspreis netto. Ausgehend von einem gewünschten Listenverkaufspreis netto wird berechnet, zu welchem Preis das Produkt unter Beachtung aller Bedingungen eingekauft werden müsste.

Im Gegensatz zur Vorwärtskalkulation sind die in der Kalkulationsvorlage gegebenen Vorzeichen für die Rückwärtskalkulation umzukehren. Achten Sie auch gegebenenfalls auf die Änderungen beim Grundwert (100 %, vermindert, vermehrt)!

Bei allen Aufgaben ist neben dem Kundenrabatt auch die Vertriebsprovision zu berücksichtigen.

Aufgaben mit Berücksichtigung der Umsatzsteuer ohne Vertriebsprovisionen finden Sie im Programmzweig Goldesel.

Bearbeitung der Aufgabe

1. Schritt: Übertrag des Listenverkaufspreises netto

Zunächst muss der gewünschte Listenverkaufspreis netto aus dem Aufgabentext in die Handelskalkulationsvorlage übertragen werden.

Im Beispiel beträgt der gewünschte Listenverkaufspreis netto des Computers 1000,00 €.

2. Schritt: Ermittlung der Vertriebsprovision

Nun muss die Vertriebsprovision Berücksichtigung finden. Im Handel ist es üblich, dass Handelsvertretern nach erfolgreichem Abschluss eines Verkaufs eine Vertriebsprovision gezahlt wird. Vertriebsprovisionen sollen die Leistung belohnen und schwache Leistungen sanktionieren. Durch die Vergabe hoher Provisionen können auch gute und engagierte Handelsvertreter gewonnen werden. Der Handelsvertreter erarbeitet sich mit dem Verkauf das Recht auf eine so genannte Ausgleichszahlung, deren Höhe in der Handelskalkulation berücksichtigt wird (siehe auch: https://www.haufe.de/finance/haufe-finance-office-premium/vertriebskosten-3-vertriebskosten-in-der-kalkulation-am-beispiel-von-provisionen_idesk_PI20354_HI3479271.html).

Die Vertriebsprovision wird ausgehend vom Listenverkaufspreis netto errechnet. Dabei beträgt der Grundwert des Listenverkaufspreises netto grundsätzlich 100.

Im Beispiel wird eine Vertriebsprovision von 3 % fällig. Es muss folgende Rechnung durchgeführt werden:

Dreisatzrechnung

100 % = 1000,00 €
3 % = x (Rabatt in Euro)
x = (1000,00 € · 3) : 100
x = 30,00 €

Lösung: Die Vertriebsprovision beträgt 30,00 €.

Hinweis: Grundsätzlich wird auf zwei Stellen kaufmännisch gerundet.

3. Schritt: Ermittlung des Kundenrabatts

Nun muss der gewährte Kundenrabatt berechnet werden. Als Rabatte gibt es zum Beispiel den Mengen-, den Treue-, den Sonder-, den Personalrabatt usw. Beachten Sie, dass manche Rabatte optional sind. So muss für einen Treuerabatt die Geschäftsbeziehung entsprechend lange bestehen oder bei einem Mengenrabatt auch die entsprechende Menge abgenommen werden.

Der Rabatt wird ausgehend vom Listenverkaufspreis netto errechnet. Dabei beträgt der Grundwert des Listenverkaufspreises netto grundsätzlich 100.

Im Beispiel wird ein Rabatt von 2 % gewährt. Es muss folgende Rechnung durchgeführt werden:

Dreisatzrechnung

100 % = 1000,00 €
2 % = x (Rabatt in Euro)
x = (1000,00 € · 2) : 100
x = 20,00 €

Lösung: Der Rabatt beträgt 52,00 €.

Hinweis: Grundsätzlich wird auf zwei Stellen kaufmännisch gerundet.

4. Schritt: Ermittlung des Zielverkaufspreises

Um den Zielverkaufspreis (ZVP) zu erhalten, müssen die Provision und der Rabatt vom Listenverkaufspreis netto abgezogen werden.

Im Beispiel: 1000,00 € (Listenverkaufspreis netto) – 30,00 € (Rabatt) – 52,00 € (Rabatt) = 950,00 € (ZVP)

Lösung: Der Computer hat einen Zielverkaufspreis von 950,00 €.

5. Schritt: Ermittlung des Kundenskontos

Im folgenden Schritt muss, sofern im Text gegeben, der Kundenskonto abgezogen werden. Unter einem Kundenskonto versteht man den Zinssatz für die Inanspruchnahme eines Lieferantenkredites durch den Kunden. Der Skontosatz liegt üblicherweise zwischen 1 und 3 %.

Der Kundenskonto wird ausgehend vom Zielverkaufspreis (ZVP) errechnet. Dabei beträgt der Grundwert des Zielverkaufspreises grundsätzlich 100.

Im Beispiel gewährt die Computec GmbH den Kunden Skonto in Höhe von 2 %. Es muss folgende Rechnung durchgeführt werden:

Dreisatzrechnung

100 % = 950,00 €
2 % = x (Skonto in Euro)
x = (950,00 € · 2) : 100
x = 19,00 €

Lösung: Die Höhe des Skontos beträgt: 19,00 €

Hinweis: Grundsätzlich wird auf zwei Stellen kaufmännisch gerundet.

6. Schritt: Ermittlung des Barverkaufspreises

Zur Ermittlung des Barverkaufspreises (BVP) muss der Kundenskonto vom Zielverkaufspreis (ZVP) abgezogen werden.

Im Beispiel: 950,00 € (ZVP) – 19,00 € (Skonto) = 931,00 € (BVP)

Lösung: Der Barverkaufspreis des Computers beträgt 931,00 €.

7. Schritt: Ermittlung des Gewinns

Wie hoch der Gewinnzuschlag sein soll, richtet sich zum einen nach den persönlichen Wünschen des Unternehmers bzw. der Teilhaber und zum anderen nach der Preispolitik, die das Unternehmen durchführt. Würde z. B. der Gewinn zu hoch angesetzt werden, so könnte das zu verkaufende Produkt an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen.

Der Gewinnaufschlag wird in der Rückwärtskalkulation ausgehend vom Barverkaufspreis (BVP) berechnet. Der Grundwert wird um den Prozentsatz des Gewinnaufschlags vermehrt.

Im Beispiel: Der Gewinnaufschlag beträgt in dem Beispiel 25 %. Der Barverkaufspreis hat demnach einen vermehrten Grundwert von 125. Folgende Rechnung ist durchzuführen:

Dreisatzrechnung

125 % = 931,00
25 % = x (Gewinn in Euro)
x = (931,00 € · 25 %) : 125 %
x = 186,20 €

Lösung: Der Gewinnzuschlag liegt bei 186,20 €.

Hinweis: Grundsätzlich wird auf zwei Stellen kaufmännisch gerundet.

8. Schritt: Ermittlung der Selbstkosten

Die Selbstkosten stellen den untersten Preis dar, für den ein Unternehmer sein Produkt anbieten könnte. Würde er unter diesem Preis anbieten, so würde er einen Verlust realisieren.

Um die Selbstkosten zu ermitteln, muss der Gewinn vom Barverkaufspreis (BVP) abgezogen werden.

Im Beispiel: 931,00 € (BVP) – 186,20 € (Gewinnaufschlag) = 744,80 € (Selbstkosten)

Lösung: Die Selbstkosten des Computers betragen 744,80 €.

9. Schritt: Ermittlung der Handlungskosten

In einem Unternehmen fallen neben den "reinen" Einkaufskosten (Grundwert der Ware und deren Bezugskosten) regelmäßig weitere Kosten an (zum Beispiel für die Unterhaltung des Betriebsgebäudes oder für das Personal). Diese Kosten werden auf das zu verkaufende Gut aufgeschlagen. Hierzu wird im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung ein Prozentsatz als Handlungskostenzuschlagssatz ermittelt, der sicherstellen soll, dass alle Betriebskosten gedeckt werden.

Um die Handlungskosten im Rahmen der Rückwärtskalkulation zu ermitteln, wird den Selbstkosten ein vermehrter Grundwert zugeordnet. Der Grundwert von 100 erhöht sich um den Handlungskostenzuschlagssatz.

In Beispiel beträgt der Handlungskostenzuschlagssatz 50 %, der vermehrte Grundwert also 150. Folgende Rechnung ist durchzuführen:

Dreisatzrechnung

150 % = 744,80 €
50 % = x (Handlungskosten in Euro)
x = (744,80 € · 50) : 150
x = 248,27 €

Lösung: Die Handlungskosten betragen 248,27 €.

Hinweis: Grundsätzlich wird auf zwei Stellen kaufmännisch gerundet.

10. Schritt: Ermittlung des Bezugspreises (auch Einstandspreis genannt)

Zur Ermittlung des Bezugspreises werden im Rahmen der Rückwärtskalkulation die Handlungskosten von den Selbstkosten abgezogen.

Im Beispiel: 744,80 € (Selbstkosten) - 248,27 € (Handlungskosten) = 496,53 € (Bezugspreis)

Lösung: Der Bezugspreis des Computers beträgt 496,53 €.

11. Schritt: Ermittlung der Bezugskosten

Unter den Bezugskosten versteht man alle zusätzlichen Kosten, die auf dem Grundpreis der Ware im Rahmen des Einkaufes aufgeschlagen werden. Hierzu gehören in erster Linie die Transportkosten (z. B. Frachtkosten, Verladekosten, Portokosten). Aber auch Versicherungskosten (z. B. Transportversicherung) können den Bezugskosten zugerechnet werden.

Im Beispiel betragen die Bezugskosten 6,53 €. Dieser Betrag ist zu übernehmen.

12. Schritt: Ermittlung des Bareinkaufspreises

Um den Bareinkaufspreis (BEP) zu ermitteln, müssen die Bezugskosten vom Bezugspreis abgezogen werden.

Im Beispiel: 496,53 € (Bezugspreis) - 6,53 € (Bezugskosten) = 490,00 € (Bareinkaufspreis)

Lösung: Der Bareinkaufspreis des Computers beträgt 490,00 €.

13. Schritt: Ermittlung des Lieferantenskontos

Der Lieferantenskonto ist der Preis des Lieferantenkredits. Der Skontosatz liegt dabei üblicherweise zwischen 1 und 3 %.

Der Lieferantenskonto wird im Rahmen der Rückwärtskalkulation ausgehend vom Bareinkaufspreis (BEP) errechnet. Dabei geht man von einem um den Kundenskontosatz verminderten Grundwert aus. Beträgt der Kundenskontosatz 2 %, so entspricht der Barverkaufspreis einen verminderten Grundwert von 98.

Im Beispiel erhält die Computec GmbH vom Lieferanten 2 % Skonto. Es muss folgende Rechnung durchgeführt werden:

Dreisatzrechnung

98 % = 490,00 €
2 % = x (Skonto in Euro)
x = (490,00 € · 2) : 98
x = 10,00 €

Lösung: Es liegt ein Lieferantenskonto in Höhe von 10,00 € vor.

Hinweis: Grundsätzlich wird auf zwei Stellen kaufmännisch gerundet.

14. Schritt: Ermittlung des Zieleinkaufspreises

Um den Zieleinkaufspreis (ZEP) zu ermitteln, wird zum Bareinkaufspreis (BEP) der ermittelte Lieferantenskonto addiert.

Im Beispiel: 490,00 € (Bareinkaufspreis) + 10,00 € (Lieferantenskonto) = 500,00 € (Zieleinkaufspreis)

Lösung: Der Zieleinkaufspreis des Computers beträgt 500,00 €.

15. Schritt: Ermittlung des Lieferantenrabatts

Neben dem Skonto kann das Unternehmen vom Lieferanten auch einen Lieferrabatt erhalten. Die möglichen Arten der Rabatte wurden weiter oben erläutert.

Ähnlich wie bei der Berechnung des Skontos wird auch beim Rabatt von einem verminderten Grundwert ausgegangen, d. h. der Zieleinkaufspreis entspricht einem um den Rabatt in Prozent verminderten Grundwert.

Im Beispiel gewährt der Lieferant der Computec AG 20 % Rabatt.

Dreisatzrechnung

80 % = 500,00 €
20 % = x (Rabatt in Euro)
x = (500,00 € · 20) : 80
x = 125 €

Lösung: Der Rabatt für den Computer beträgt 125 €.

Hinweis: Grundsätzlich wird auf zwei Stellen kaufmännisch gerundet.

16. Schritt: Ermittlung des Listeneinkaufspreises netto

Um den Listeneinkaufspreis netto zu ermitteln, muss zum Zieleinkaufspreis der Rabatt addiert werden.

Im Beispiel: 500,00 € (ZEP) + 125 € (Rabatt) = 625,00 € (LEP netto)

Lösung: Der Listeneinkaufspreis netto des Computers beträgt 625,00 €.

Viel Erfolg beim Üben.