BWL-Trainer: Hinweise zu den Aufgaben zum Nachlesen

5.9 Produkt: Sortiment und Sortimentsgestaltung (Handel) - Multiple Choice

Die Aufgaben

Mit Hilfe eines Multiple-Choice-Tests können Fragen rund um das Thema Sortiment und Sortimentsgestaltung im Handel mit folgenden Schwerpunkten geübt werden:

Sortiment:

Sortimentsgestaltung:

Bitte beachten Sie: Die einzelnen Aufgaben werden zur Laufzeit generiert. Dabei gibt es zu jeder Frage mehrere sprachlich und inhaltlich unterschiedliche Varianten. Das heißt, dass sich die Tests beim wiederholten Üben unterscheiden. Es ändert sich die Reihenfolge der Fragen, die Reihenfolge der Distraktoren in der jeweiligen Frage und es gibt unterschiedliche Formulierungen der Fragen und der Distraktoren. Es hat also keinen Sinn, sich zu merken, dass bei Frage 1 die Antwort 2 richtig ist usw., sondern man muss jedes Mal die Fragestellung neu erfassen und beantworten.

Zu den einzelnen Antworten erhalten Sie bei der Kontrolle weiterführende Erläuterungen.

Sortiment

Ein Sortiment eines Handelsbetriebs umfasst alle angebotenen Waren und Dienstleistungen. Dabei werden die bezogenen Waren in Kombination mit den Dienstleistungen zu einem bedarfsgerechten Angebot zusammengeführt. Innerhalb der Betriebswirtschaftslehre wird diese Funktion des Handels auch als Sortimentsfunktion bezeichnet.

Sortimentsaufbau

Der Sortimentsaufbau gliedert und systematisiert die verschiedenen Ebenen des Sortiments.

Abbildung: Sortimentsaufbau

Abbildung: Sortimentsaufbau

Das Sortiment umfasst alle Warenbereiche, Warengruppen, Warenarten, Artikel und Sorten eines Handelsunternehmens. Die einzelnen Bereiche des Sortiments werden als Warenbereiche bezeichnet. Warenbereiche sind Zusammenfassungen, die in einem Verwendungszusammenhang stehen.

Beispiel: Ein Kaufhaus bietet sowohl Bekleidung (Warenbereich 1) als auch Lebensmittel (Warenbereich 2) an.

Die Warenbereiche teilen sich ihrerseits in Warengruppen auf.

Beispiel: Der Warenbereich 1 (Bekleidung) teilt sich in die einzelnen Warengruppen Herrenoberbekleidung und Damenoberbekleidung auf.

Jede Warengruppe teilt sich ihrerseits weiter in Gruppen von Warenarten auf.

Beispiel: Ein Kaufhaus führt in der Warengruppe Herrenoberbekleidung die Warenarten Anzüge und Hemden.

Die Warenarten können wiederum in einzelne Artikel unterteilt werden.

Beispiel: Ein Kaufhaus führt bei der Warenart Anzüge in Schurwolle und Anzüge in Leinen.

Die Warenarten lassen sich in Sorten aufteilen.

Beispiel: Ein Kaufhaus führt Anzüge in Schurwolle in verschiedenen Farben und Größen.

Sortimentstiefe

Unter Sortimentstiefe versteht man die Anzahl der Warengruppen, Warenarten, Artikel und Sorten in einem Handelsunternehmen. Unterschieden wird die Sortimentstiefe nach ihrer Vielfältigkeit unterhalb der Warenbereichs. Gibt es sehr viele Sorten, Artikel, Warenarten und Warengruppen, so wird von einem tiefen Sortiment gesprochen. Liegt das Gegenteil vor, so wird das Sortiment als flach bezeichnet.

Eine größere Sortimentstiefe bedeutet mehr alternative Kaufmöglichkeiten für die Kunden, die sogenannte Vollständigkeit des Angebots nimmt also zu.

Anzumerken ist, dass die Definition von flach und tief relativ und oftmals branchenabhängig ist.

Methodischer Hinweis: Unter einer Sortimentstiefe wird im Einzelhandel gelegentlich auch die Anzahl der Warenarten, Artikel und Sorten unterhalb der Warengruppe verstanden (u. a. in: Handbuch für Verkäufer/ -innen, Kaufleute im Einzelhandel, 4. Auflage, 2010, Braunschweig, S. 55.)

Sortimentsbreite

Die Sortimentsbreite lässt sich an der Anzahl der Warenbereiche ablesen. Der Abnehmer bzw. Kunde hat bei einem Einkauf in einem Unternehmen mit einer hohen Sortimentsbreite den Vorteil, dass er nicht bei verschiedenen Anbietern seine Wünsche zusammenstellen muss, sondern alles aus einer Hand bekommt. In der Betriebswirtschaftslehre spricht man in diesem Zusammenhang auch von den additiven Kaufmöglichkeiten, die ein Kunde in Unternehmen mit breitem Angebot erhält.

Beispiel: In einem Supermarkt möchte man für eine Sommerparty im eigenen Garten einkaufen. Neben den Getränken gibt es auch Dekorationsartikel für den Garten (additive Kaufmöglichkeit).

Ein Sortiment mit geringer Breite wird als eng oder schmal bezeichnet.

Methodischer Hinweis: Unter einer Sortimentsbreite wird im Einzelhandel gelegentlich auch die Anzahl der Warengruppen verstanden. (u. a. in: Handbuch für Verkäufer/ -innen, Kaufleute im Einzelhandel, 4. Auflage, 2010, Braunschweig, S. 55.)

Sortimentsstrukturen

Die Sortimentsstruktur zeigt an, welche Bedeutung einzelne Bestandteile (z. B. Warengruppen oder Artikel) bezogen auf den Gesamtumsatz und die Verweildauer im Sortiment haben.

Eingeteilt wird das Sortiment in Präsenz- , Kern- , Rand- , Zusatzsortiment (dauerhafte Sortimente) und- , Saison- und Aktionssortimente (nicht dauerhafte Sortimente).

Dauerhafte Sortimente

Präsenzsortiment

Das Präsenzsortiment umfasst alle Warengruppen, Artikel etc., die ständig angeboten werden. Sie bilden den Kern eines Handelsunternehmens (z. B. eines Supermarktes).

Beispiel: Milch gehört zum Präsenzsortiment eines Supermarktes.

Das Präsenzsortiment teilt sich in ein Kern- und Randsortiment auf. Ergänzt wird das Kernsortiment oftmals durch ein Zusatzsortiment.

Kernsortiment

Waren des Kernsortiments werden ganzjährig unabhängig von Aktionen angeboten. Sie tragen in der Regel den Hauptumsatz des Unternehmens.

Beispiel: Nägel, Schrauben und andere Eisenwaren gehören zum Kernsortiment eines Baumarktes.

Zusatzsortiment

Das Zusatzsortiment ergänzt bzw. rundet das Kernsortiment dauerhaft ab. Ziel ist einerseits eine Aufwertung (trading-up) und/oder andererseits eine Erweiterung des Sortiments. Zusatzsortimente dienen oft zur strategischen Abgrenzung von anderen Handelsunternehmen gleicher Sparte.

Beispiel 1: In einem Supermarkt stellen Feinkostwaren eine Aufwertung des Kernsortiments dar. Feinkostwaren gehören in diesem Fall zum Zusatzsortiment.

Beispiel 2: Spielwaren stellen in einem Lebensmittelsupermarkt einen neuen Warenbereich dar, der das Sortiment verbreitert bzw. erweitert. Spielwaren gehören in diesem Fall zum Zusatzsortiment des Supermarktes.

Über das Zusatzsortiment sollen überdies so genannte Verbundkäufe ausgelöst werden.

Beispiel: Beim Kauf von Lebensmitteln für einen anstehenden Kindergeburtstag wird auch ein Spielzeug als Geschenk gekauft.

War der Einkauf vorab nicht beabsichtigt, so liegt ein so genannter impulsiver Verbundkauf vor.

Beispiel: Beim Kauf von Lebensmitteln werden für die begleitenden Kinder Spielzeuge mitgekauft.

Randsortiment

Im Randsortiment werden Waren angeboten, die von Kunden selten verlangt werden, jedoch das Sortiment abrunden. Waren des Randsortiments können sowohl aus dem Kern- als auch aus dem Zusatzsortiment entstammen. Der Anteil des Randsortiments am Gesamtumsatz ist gering.

Beispiel: In einem Bekleidungsmarkt gehören Sondergrößen von Anzügen zum Randsortiment.

Nicht dauerhafte Sortimente

Saisonsortiment

Waren des Saisonsortiments werden nur während einer Saison (z. B. Sommer) angeboten.

Beispiel: Wassermelonen werden in einem Supermarkt nur im Sommer angeboten.

Aktionssortiment

Das Aktionssortiment wird nur zu bestimmten Verkaufsaktionen angeboten.

Beispiel: In einem Supermarkt werden russische Lebensmittel während einer russischen Woche angeboten.

Sortimentsgestaltung (Sortimentspolitik)

Die Sortimentsgestaltung (auch als Sortimentspolitik bezeichnet) umfasst alle Entscheidungen/Maßnahmen, welche sich mit der Zusammenstellung und eventuellen Veränderungen des Sortiments befassen.

Die Ausrichtung der Sortimentsgestaltung orientiert sich u. a.:

Die Umfeldbedingungen der Sortimentsgestaltung sind nicht immer statisch (also immer gleich), sondern unterliegen einem ständigen Wandel. Daher ist es sinnvoll, wenn Unternehmen diesen Wandel gezielt beobachten und für die Gegenwart und Zukunft optimale Lösungen bezüglich der Sortimentsgestaltung anstreben.

Sortimentsdiversifikation (Verbreiterung des Sortiments)

Sortimentsdiversifikation bedeutet, dass das Sortiment verbreitert wird, d. h. es werden neue Warenbereiche aufgenommen.

Vorteil eines breit aufgestellten Handelsunternehmens ist, dass Absatzrisiken aufgrund eventueller Absatzrückgange einzelner Warenbereiche durch andere Warenbereiche mit stabilen oder steigenden Umsätzen ausgeglichen werden könnten.

Beispiel: Ein Baumarkt bietet neben dem Warenbereich Werkzeuge auch den Warenbereich Garten und Pflanzen an. Geht aufgrund schlechten Wetters der Absatz von Pflanzen zurück, so können u.U. mehr Werkzeuge für die Renovierungen von Innenbereichen abgesetzt werden. Das Risiko eines allgemeinen, über alle Bereiche möglichen Umsatzrückgangs wird durch dieses Vorgehen reduziert.

Ein Vorteil breiter Sortimente ist beispielsweise, dass das Personal im Markt besser ausgelastet werden kann.

Nachteilig an breiten Sortimenten ist, dass ein Unternehmen sich "verzetteln" kann. Für verschiedene Bereiche benötigt man jeweils eigenen Sachverstand mit entsprechenden Mitarbeitern. Das erhöht wiederum die Komplexität der Unternehmensführung in Bezug auf die Zusammenführung aller unternehmerischen Aktivitäten (z. B. Werbung, Einkauf usw.).

Sortimentsdifferenzierung (Vertiefung des Sortiments)

Bei der Sortimentsdifferenzierung werden neue Warengruppen, Warenarten, Artikel oder auch Sorten in das Programm aufgenommen. Das Ziel ist eine weitere Differenzierung des Programms.

Ähnlich wie bei der Sortimentsdiversifikation geht es bei der Sortimentsdifferenzierung um eine Risikostreuung. Durch die Tiefe des Sortiments soll möglichst zu vielen Marktsegmenten und damit Zielgruppen Zugang gefunden werden. Absatzprobleme in einem Segment können so auch durch den Absatz in anderen Segmenten ausgeglichen werden.

Beispiel: Ein Supermarkt führt bei Nudeln verschiedene Verpackungsgrößen (hier Sorten) ein, um neben dem studentischen Milieu, welches eher kleinere Packungsgrößen bevorzugt, auch Familien anzusprechen, die eher die größeren Verpackungsgrößen bevorzugen.

Insbesondere im Facheinzelhandel ist die Sortimentsdifferenzierung in Verbindung mit guter Beratung ein Kennzeichen von hoher Qualität.

Beispiel: Ein Fachgeschäft für Schreibwaren bietet Bleistifte in allen Formen und Stärken an.

Sortimentsbereinigung

Bei einer Sortimentsbereinigung werden Warenbereiche, -gruppen, -arten, Artikel, Sorten aus dem Sortiment genommen und/oder ersetzt.

Die Gründe für Sortimentsbereinigungen können vielfältig sein:

Entscheidungsgrundlage von Sortimentsbereinigungen sind u. a. Marktforschungsergebnisse oder auch interne Unterlagen (z. B. Umsatzstatistiken, Daten aus der Kosten- und Leistungsrechnung).

Waren, die durch Sortimentsbereinigungen aus dem Sortiment gefallen sind, werden meist über Sonderverkäufe (oft auch mit Rabatten auf den Preis) angeboten.

Viel Erfolg beim Üben.