Mit Hilfe eines Multiple-Choice-Tests können Fragen zum Thema Wertschöpfung mit folgenden Schwerpunkten geübt werden:
Bitte beachten Sie: Die einzelnen Aufgaben werden zur Laufzeit generiert. Dabei gibt es zu jeder Frage mehrere sprachlich und inhaltlich unterschiedliche Varianten. Das heißt, dass sich die Tests beim wiederholten Üben unterscheiden. Es ändert sich die Reihenfolge der Fragen, die Reihenfolge der Distraktoren in der jeweiligen Frage und es gibt unterschiedliche Formulierungen der Fragen und der Distraktoren. Es hat also keinen Sinn, sich zu merken, dass bei Frage 1 die Antwort 2 richtig ist usw., sondern man muss jedes Mal die Fragestellung neu erfassen und beantworten.
Zu den einzelnen Antworten erhalten Sie bei der Kontrolle weiterführende Erläuterungen.
Innerhalb der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) ist die Wertschöpfung eine wichtige Kennzahl. Sie beschreibt - vereinfacht gesagt - die in Geld (z. B. in Euro) gemessene produktive Tätigkeit einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum.
Anhand der Wertschöpfung innerhalb einer Volkswirtschaft wird sichtbar, ob beispielsweise im Vergleich zum Vorjahr mehr Güter bzw. Werte produziert werden. Steigt die Güterproduktion, so steigt - vereinfacht - die Wertschöpfung.
Die Wertschöpfung ist die Basis für die Ermittlung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) oder des Volkseinkommens (VE).
Im nachfolgenden Text wird Schritt für Schritt die Ermittlung der verschiedenen Arten der Wertschöpfung unter Berücksichtigung einiger wichtiger Begrifflichkeiten, wie z. B. des Produktionswerts, der Vorleistung und der Abschreibung vorgestellt.
Zusätzliche Informationen
volkswirtschaftliche Güterdefinition: VWL-Trainer Thema 1.2 Güter
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen (VGR): https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Volkswirtschaftliche-Gesamtrechnungen-Inlandsprodukt/_inhalt.html#_izhveqmth
Zur Ermittlung der Bruttowertschöpfung müssen vorab die Begriffe Produktionswert und Vorleistung definiert werden.
Der Produktionswert zeigt den Wert aller produzierten Güter und Dienstleistungen an.
Bei der Ermittlung des Produktionswerts fließen verkaufte Güter mit dem Umsatz (Menge · Preis) und nicht verkaufte Güter mit den Herstellkosten (Menge · Herstellpreis) in den Produktionswert.
Bei nicht verkauften Gütern unterscheidet man:
Dennoch ist die Summe aller Produktionswerte einer Volkswirtschaft nicht automatisch die Menge aller produzierten Güter, da in fast jedem verkauften Produkt so genannte Vorleistungen stecken. Beispielsweise wird eine Brotfabrik sicherlich nicht alle Zutaten selbst produzieren, sondern das Mehl usw. zukaufen. Das dafür ausgegebene Geld ist die Vorleistung. Würden wir die Vorleistungen nicht abziehen, würden Doppelzählungen entstehen.
Grundsätzlich zeigen Vorleistungen die wirtschaftlichen Verflechtungen und damit den Grad der Arbeitsteilung innerhalb einer Volkswirtschaft.
Unter Bruttowertschöpfung versteht man den Saldo aus Produktionswert und Vorleistungen.
Formel zur Ermittlung der Bruttowertschöpfung
Bruttowertschöpfung = Produktionswert - Vorleistungen
Folgendes Beispiel soll die Zusammenhänge zwischen den Produktionswerten, den Vorleistungen und der Bruttowertschöpfung anhand einer vereinfachten Wertschöpfungskette (Bauernhof, Mühle, Bäckerei) mit Hilfe von Produktionskonten (T-Konten) veranschaulichen:
Beispiel: Bruttowertschöpfungsrechnung
(in Anlehnung an: Seidel. H.: Grundlagen der Volkswirtschaftslehre, Troisdorf, 2010, S. 86)
Erläuterungen am Beispiel des Kontos Getreidemühle
Rechte Seite der Konten (Zugänge, wird auch als Ertragsseite bezeichnet)
Auf der rechten Seite sind die Umsätze (Menge · Preis) der Getreidemühle zu sehen. Es wurde Mehl verkauft, wobei im Preis die Kosten für die Löhne, die Miete, die Zinsen und den Gewinn für den Müller enthalten ist. Darüber hinaus sind die Kosten für die Vorleistungen (eingekauftes Getreide) berücksichtigt. Es wurde Getreide vom Landwirt des Bauernhofs als Vorleistung eingekauft. Die Summe des gesamten Umsatzes wird auch als Produktionswert bezeichnet.
Hinweis: Vorleistungen können im Grunde alle eingekauften Rohstoffe (Hauptbestandteile des Produkts, wie zum Beispiel Mehl), Hilfsstoffe (Nebenbestandteile des Produkts, wie zum Beispiel die Ascorbinsäure im Mehl) und Betriebsstoffe (z. B. Schmierfett zum Einfetten von Zahnrädern in der Mühle). Auch eingekaufte Dienstleistungen stellen Vorleistungen dar (z. B. Anwaltskosten bei Streitigkeiten mit Lieferanten), die aber hier im Beispiel nicht berücksichtigt werden.
Linke Seite der Konten (Abgänge, wird auch als Aufwandsseite bezeichnet)
Auf der linken Seite des Kontos stehen die Ausgaben für die Produktionsfaktoren (als bewerteter Verbrauch = verwendete Geldmittel), die Vorleistungen und der Gewinn der Getreidemühle. Die Bruttowertschöpfung ergibt sich dann aus der Differenz des Produktionswerts (Summe der Ertragsseite) abzüglich der Vorleistungen.
Die Bruttowertschöpfung ergibt sich dann aus der Differenz des Produktionswerts (Summe der Ertragsseite) abzüglich der Vorleistungen.
Im Beispiel: Bruttowertschöpfung (2.000) = Produktionswert (13.000) – Vorleistungen (11.000)
Die einzelnen aggregierten Produktionskonten werden abschließend in einem gesamtwirtschaftlichen Produktionskonto zusammengeführt.
Die Zusammenfassung der Konten wird in der Volkswirtschaftslehre auch als Konsolidierung bezeichnet.
Das gesamtwirtschaftliche Produktionskonto für die drei Betriebe aus dem Beispiel sieht dann wie folgt aus:
Unabhängig von einem Gesamtwirtschaftlichen Produktionskonto könnte die Bruttowertschöpfung auch über nachfolgende Rechnung ermittelt werden:
| Umsätze (Menge · Preis) | 40.000,- |
| + selbst erstellte Anlagen (z. B. Maschinen, berechnet zu Herstellkosten) | 0,- |
| + Lagerbestandsveränderungen zu den Herstellkosten | 0,- |
| = Produktionswert | 40.000,- |
| − Vorleistungen | 24.000,- |
| = Bruttowertschöpfung | 16.000,- |
In allgemeiner Form ließe sich das gesamtwirtschaftliche Produktionskonto wie folgt darstellen:
Abschreibung ist der Wertverlust des Vermögens einer Volkswirtschaft über einen Betrachtungszeitraum (meist über ein Jahr) hinweg. Würden wir die Abnutzung zum Beispiel von Maschinen nicht berücksichtigen, so würde die Wertschöpfung einer Volkswirtschaft zu hoch ausgewiesen werden. Unter Umständen wären wir mit der Wertschöpfung zufrieden, obwohl sich unser Vermögen durch Abnutzung vermindert.
Jeder Produktionsprozess führt zwangsläufig zu Abnutzungen im Vermögensbestand. Wird eine Maschine verwendet, so geht sie nach und nach kaputt und muss durch eine neue Maschine ersetzt werden (Ersatzinvestition). Die Verluste an Vermögenswerten (Abschreibung) müssen von der Bruttowertschöpfung abgezogen werden, damit wir einen ehrlichen Wert der Wertschöpfung erhalten. Dieser wird als Nettowertschöpfung bezeichnet.
Beispiel: Abschreibung Mühlstein
Angenommen in der Getreidemühle nutzt sich ein Mühlstein ab und muss im Jahr der Betrachtung abgeschrieben werden. Der Wertverlust beträgt 1.000 Geldeinheiten. Gleichzeitig wird ein neuer Mühlstein gekauft (Ersatzinvestition).
Erläuterungen am Beispiel des Kontos Getreidemühle
Linke Seite des Kontos (Aufwandsseite)
Auf der Aufwandseite wird der Wertverlust des Vermögens als Abschreibung aufgeführt. Er vermindert damit die Wertschöpfung um 1000 Geldeinheiten. Folgende Rechnung verdeutlicht diesen Zusammenhang:
| Umsätze (Menge · Preis) | 13.000,- |
| + selbst erstellte Anlagen (z. B. Maschinen, berechnet zu Herstellkosten) | 0,- |
| + Lagerbestandsveränderungen zu den Herstellkosten | 0,- |
| = Produktionswert | 13.000,- |
| − Vorleistungen | 10.000,- |
| = Bruttowertschöpfung | 3.000,- |
| − Abschreibung (Ersatzinvestition(Mühlstein)) | 1.000,- |
| = Nettowertschöpfung | 2.000,- |
In allgemeiner Form ließe sich das gesamtwirtschaftliche Produktionskonto unter Berücksichtigung von Vorleistungen und der Abschreibung wie folgt darstellen:
Die Nettowertschöpfung wird berechnet, indem man die Vorleistungen und Abschreibungen vom Produktionswert abzieht:
Formel zur Ermittlung der Nettowertschöpfung
Nettowertschöpfung = Produktionswert − Vorleistungen − Abschreibungen
Viel Erfolg beim Üben.