Rewe-Trainer: Hinweise zu den Aufgaben zum Nachlesen
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12.7 Buchungen im Absatz mit Vertriebskosten: Geschäftsfall als Text

Die Aufgaben

Im Rahmen dieser Aufgaben sollen Geschäftsfälle im Absatz unter Berücksichtigung von Vertriebskosten gebucht werden.

Eine Aufgabe sieht zum Beispiel so aus:

Der Geschäftsfall

Das Unternehmen Wurm verkauft Spiegelschränkchen fürs Bad (Handelswaren) im Wert von 1.500,00 € netto auf Ziel. Darüber hinaus werden dem Kunden Frachtkosten in Höhe von 225,00 € netto in Rechnung gestellt.

Grundbuch

SollHabenSollHaben
 € €
 € €

Je nach Aufgabentext sind neben der Buchung folgende Beträge zu berechnen:

Hinweis: Die Berechnungen sollen das grundlegende Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Warenwert, Vertriebskostenanteil, Umsatzsteuerbetrag und Rechnungsbetrag fördern, es handelt sich also um didaktische Aufgaben zu Ausbildungszwecken. In der betrieblichen Praxis sind die Beträge natürlich Bestandteile der zu bearbeitenden Rechnungen.

Zum Verständnis: Vertriebskosten

Beim Vertrieb von Waren entstehen so genannte Vertriebskosten, die in den gängigen Lehrwerken dem Absatzbereich zugeordnet werden. Solche Kosten sind zum Beispiel:

Die Vertriebskosten müssen in der Buchhaltung auf Basis einer Eingangsrechnung als Aufwand erfasst bzw. gebucht werden.

Stellt der Lieferant die Vertriebskosten dem Kunden später komplett oder in Teilen in Rechnung, so erscheinen die Vertriebskosten auf der Ausgangsrechnung und müssen als Umsatzerlöse erfasst bzw. gebucht werden. Die Summe von Warenwert und Vertriebskosten ergibt dabei die Umsatzerlöse.

Achten Sie also bei den Aufgaben besonders darauf, welcher Art die Vertriebskosten sind und ob es sich um eine Eingangs- oder Ausgangsrechnung handelt. Erfahrungsgemäß haben Lernende Probleme bei der richtigen Einordnung.

Bitte beachten Sie des Weiteren: Für die Vertriebskosten fällt in der Regel Umsatzsteuer in Höhe des Regelsteuersatzes von 19 % an. Eine Ausnahme bilden Versicherungskosten, die umsatzsteuerbefreit sind, da in ihnen bereits die Versicherungssteuer enthalten ist. Achten Sie bitte deshalb genau auf die Art der Vertriebskosten in den Aufgaben. Ist kein Umsatzsteuersatz angegeben, gehen Sie vom Regelsatz aus.

1. Buchung der Vertriebskosten: Eingangsrechnungen

Transportkosten/Verlade- und Umladekosten/Lagerkosten durch eine Fremdfirma

Werden die Waren zum Kunden mit einer Fremdfirma (z. B. Spedition) transportiert, so fallen Transportkosten und evtl. auch Verlade/Umladekosten und Fremdlagerkosten an, welche zunächst der Versender bzw. Verkäufer tragen muss.

Hinweis: In der Praxis gibt es auch die Möglichkeit, dass der Kunde sofort beim Erhalt der Ware die Transportkosten bezahlt. Dies ist eine Frage der Vertragsvereinbarung zwischen dem Kunden und Lieferanten. In diesem Fall fällt bei dem Lieferanten keine Buchung an.

Beispielaufgabe: Die Spedition Schneller & Sohn transportiert Waren zum Kunden Lustig & Partner und berechnet dem Unternehmen Alfred Wurm e. Kfm. hierfür 100 € netto. Die Rechnung muss innerhalb von vier Wochen ab Rechnungsdatum beglichen werden.

Grundbuch

Laufende Buchungen
SollHabenSollHaben
6140 Frachten und Fremdlager 4400 Verbindlichkeiten aLL 100,00 € 119,00 €
2600 Vorsteuer19,00 €

Verpackungsmaterial (Behälter, Kartons etc.)

Werden Waren zum Kunden verschickt, so ist eine ordnungsgemäße Verpackung zum Schutz der Ware notwendig. Das für den Vertrieb beschaffte Verpackungsmaterial muss der Versender zunächst bezahlen und als Eingangsrechnung verbuchen.

Beispielaufgabe: Das Unternehmen Wurm versendet seine Möbelpolitur in speziellen Versandkartons. Im Monat Januar hat das Unternehmen Wurm bei der Kartonagenfabrik Lieblingskarton 2000 faltbare Kartons für 100 € netto gekauft und umgehend per Banküberweisung bezahlt.

Grundbuch

Laufende Buchungen
SollHabenSollHaben
6040 Verpackungsmaterial 2800 Bank 100,00 € 119,00 €
2600 Vorsteuer19,00 €

Vertriebsprovisionen (Vermittlungs- und Maklerkosten)

Um einen Kaufvertrag abschließen zu können, bedarf es gelegentlich des Einsatzes eines Vermittlers bzw. Maklers. Dieser erhält dann für seine Tätigkeit eine so genannte Vertriebsprovision.

Beispielaufgabe: Der freie Außendienstmitarbeiter Alfons Clever vermittelt uns einen Auftrag zum Verkauf von Möbelpolitur über 1500 € netto. Hierfür berechnet er uns eine Vertriebsprovision in Höhe von 100 € netto, die wir innerhalb von 30 Tagen bezahlen müssen.

Grundbuch

Laufende Buchungen
SollHabenSollHaben
6150 Vertriebsprovisionen 4400 Verbindlichkeiten aLL 100,00 € 119,00 €
2600 Vorsteuer19,00 €

2. Buchung der Vertriebskosten: Ausgangsrechnungen

Werden die Vertriebskosten vollständig oder in Teilen den Kunden in Rechnung gestellt, so werden sie als Erlöse über das dazugehörige Umsatzerlösekonto für eigene Erzeugnisse oder Handelswaren gebucht.

Beispielaufgabe: Das Unternehmen Wurm e. Kfm. verkauft an den Kunden Willibald Wächter 20 Flaschen Möbelpolitur mit einem Nettowert von 160 € auf Ziel. Darüber hinaus werden dem Kunden Willibald Wächter 20 € netto Verpackungskosten und 20 € netto Frachtkosten berechnet.

Grundbuch

Laufende Buchungen
SollHabenSollHaben
2400 Forderungen L+L 5100 Umsatzerlöse f. Waren 238,00 € 200,00 €
4800 Umsatzsteuer38,00 €

Hinweis: Wie Sie am Buchungssatz sehen, entspricht der Betrag für Umsatzerlöse für Waren der Summe von Warenwert, Verpackungs- und Frachtkosten.

Viel Erfolg beim Üben.

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