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Rewe-Trainer: Hinweise zu den Aufgaben zum Nachlesen

3.4 Bestandskonten: zusammengesetzter Buchungssatz, Geschäftsfall als Text

Die Aufgaben

Im Rahmen dieser Übungsaufgabe sollen zusammengesetzte Buchungssätze ohne Berücksichtigung der Umsatzsteuer anhand einfacher Textaufgaben geübt werden. Es werden also jeweils mehr als zwei Konten angesprochen.

Eine Aufgabe sieht zum Beispiel so aus:

Der Geschäftsfall

Ein Unternehmen kauft ein Auto für 30.000 €. Davon werden 29.500 € per Bankscheck bezahlt und 500 € in bar.

Grundbuch
SollHabenSollHaben

Bei den Übungen geht es darum, den Geschäftsfall zu erfassen und zu erkennen, welchen Konten er zuzuordnen ist. Entsprechend müssen auch die gegebenen Beträge eingetragen und Summen gebildet werden.

Ehe Sie mit den Aufgaben zu den zusammengesetzten Buchungssätzen beginnen, sollten Sie sicher im Umgang mit Bilanzveränderungen, Bestandskonten und einfachen Buchungssätzen sein. Schlagen Sie gegebenenfalls unter den Hinweisen zu den genannten Themen nach oder wiederholen Sie die Übungen, denn im Grunde handelt es sich bei den zusammengesetzten Buchungssätzen nur um Erweiterungen des bereits Geübten, indem es auf komplexere Geschäftsfälle angewendet werden soll.

Zum Verständnis: Grundlegendes zum Erstellen zusammengesetzter Buchungssätze

Bekannterweise entstehen in einem Unternehmen im Laufe eines Geschäftsjahres regelmäßig Geschäftsfälle. Zur Erinnerung: Ein Geschäftsfall ist ein unternehmerischer Vorfall, der am Jahresende zu einer Veränderung in der Bilanz führen wird. Wir erweitern das Beispiel vom einfachen Buchungssatz: Ein Unternehmen kauft ein Auto für 30.000 €. Davon werden 29.500 € per Bankscheck bezahlt und 500 € in bar. Dieser Vorfall würde das Bank- und das Barvermögen vermindern und den Wert des Fuhrparks erhöhen, womit mehr als zwei Konten betroffen wären. In solchen Fällen spricht man von zusammengesetzten Buchungssätzen. Die Summen der Beträge von Soll und Haben müssen bei zusammengesetzten Buchungssätzen gleich sein.

Bei der Bildung des entsprechenden Buchungssatzes ist das Hauptproblem für Lernende erfahrungsgemäß das Erkennen der zu verwendenden Konten. Weniger Schwierigkeiten bereitet das Erkennen der Mehrung oder Minderung, also ob etwas auf einem Konto mehr oder weniger wird. Die Art der Bestandskonten (aktiv/passiv) und die entsprechenden Regeln zum Eintragen der Minderungen/Mehrungen im Soll bzw. Haben müssen auswendig gelernt werden.

Vorgehen bei der Bildung eines Buchungssatzes

Man sollte in folgenden Schritten vorgehen:

  1. zu verwendende Konten bestimmen
  2. Kontoart bestimmen (aktives/passives Bestandskonto)
  3. Mehrung/Minderung bestimmen
  4. Soll/Haben-Buchung ableiten
  5. Buchungssatz nach Regel "Soll an Haben" erstellen und Beträge zuordnen

Beispiel 1: Ein Kunde gleicht eine Ausgangsrechnung (AR 468) über 1000 € je zur Hälfte bar und per Banküberweisung aus.

  1. Die zu verwendenden Konten sind Forderungen (Kunde gleicht Ausgangsrechnung aus), Kasse (Barzahlung) und Bank (Banküberweisung).
  2. Forderungen, Kasse und Bank sind aktive Bestandskonten. Das muss man wissen bzw. lernen.
  3. Die Konten Kasse und Bank werden um das vom Kunden gegebene Geld "vermehrt". Dagegen "vermindern" sich die Forderungen gegenüber dem Kunden um den Betrag der beglichenen Ausgangsrechnung. Wir halten fest:
    • Forderungen => aktives Bestandskonto => Minderung
    • Kasse => aktives Bestandskonto => Mehrung
    • Bank => aktives Bestandskonto => Mehrung
  4. Da Kasse und Bank aktive Bestandskonten sind und jeweils eine Mehrung vorliegt, muss in beiden Konten im Soll gebucht werden.Im aktiven Bestandskonto Forderungen liegt dagegen eine Minderung vor, wodurch hier im Haben gebucht werden muss. Das ist Lernstoff, den man wissen oder lernen muss (s. Bestandskonten). Für das Beispiel halten wir übersichtlich fest:
    • Forderungen => aktives Bestandskonto => Minderung => im Haben
    • Bank => aktives Bestandskonto => Mehrung => im Soll
    • Kasse => aktives Bestandskonto => Mehrung => im Soll
  5. Buchungssatz nach der Regel "Soll an Haben" im Grundbuch erstellen und Beträge aus dem Geschäftsfall zuordnen. Dabei ist zu beachten, dass die Summe der Beträge im Soll immer mit der Summe der Beträge im Haben übereinstimmt:
Grundbuch
SollHabenSollHaben
BankForderungen500,00 €1.000,00 €
Kasse500,00 €

Beispiel 2: Ausgleich einer Lieferrechnung (ER 745) über 3.000 € durch Banküberweisung über 2.900 € und Barzahlung über 100 €.

  1. Die zu verwendenden Konten sind hier Verbindlichkeiten (Ausgleich einer Lieferrechnung), Bank (Banküberweisung) und Kasse (Barzahlung).
  2. Das Konto Verbindlichkeiten ist ein passives Bestandskonto und die Konten Bank und Kasse sind jeweils aktive Bestandskonten.
  3. Durch den Ausgleich der Lieferrechnung vermindert sich die Verbindlichkeit. Darüber hinaus vermindern sich das Guthaben auf der Bank und der Bestand in der Kasse um die Summe der bezahlten Eingangsrechnung. Wir halten fest:
    • Verbindlichkeiten => passives Bestandskonto => Minderung
    • Kasse => aktives Bestandskonto => Minderung
    • Bank => aktives Bestandskonto => Minderung
  4. Da Verbindlichkeiten ein passives Bestandskonto ist und eine Minderung vorliegt, muss im Soll gebucht werden. Demgegenüber sind die Konten Kasse und Bank aktive Bestandskonten. Hier liegen Minderungen vor und daher ist im Haben zu buchen.Für das Beispiel halten wir fest:
    • Verbindlichkeiten => passives Bestandskonto => Minderung => im Soll
    • Kasse => aktives Bestandskonto => Minderung => im Haben
    • Bank => aktives Bestandskonto => Minderung => im Haben
  5. Buchungssatz nach der Regel "Soll an Haben" im Grundbuch erstellen. und Beträge aus dem Geschäftsfall zuordnen. Dabei ist zu beachten, dass die Summe der Beträge im Soll immer mit der Summe der Beträge im Haben übereinstimmt.
GrundbuchGrundbuch
SollHabenSollHaben
VerbindlichkeitenBank3.000,00 €2.900,00 €
Kasse100,00 €

Hinweis

Einige Geschäftsfälle in den Übungen kommen in der Praxis fast nie vor (z. B. Verkauf eines Grundstücks gegen Barzahlung). Sie dienen ausschließlich dem Zwecke der Übung von zusammengesetzten Buchungssätzen. Damit folgt Lernnetz24 inhaltlich der einschlägigen Fachliteratur, welche für die Übenden zu Übungszwecken auch eher selten vorkommende Geschäftsfälle bereitstellt.

Viel Erfolg beim Üben.