VWL-Trainer: Hinweise zu den Aufgaben zum Nachlesen

3.9 Preisbildung im vollkommenen Polypol: Kurvenverschiebungen - Multiple Choice

Die Aufgaben

Mit Hilfe eines Multiple-Choice-Tests können Fragen rund um das Thema Kurvenverschiebungen bei der Preisbildung im vollkommenen Polypol geübt werden. Im Mittelpunkt der Übung stehen Kurvenverschiebungen durch Nachfrageänderungen und durch Angebotsänderungen.

Bitte beachten Sie: Die einzelnen Aufgaben werden zur Laufzeit generiert. Dabei gibt es zu jeder Frage mehrere sprachlich und inhaltlich unterschiedliche Varianten. Das heißt, dass sich die Tests beim wiederholten Üben unterscheiden. Es ändert sich die Reihenfolge der Fragen, die Reihenfolge der Distraktoren in der jeweiligen Frage und es gibt unterschiedliche Formulierungen der Fragen und der Distraktoren. Es hat also keinen Sinn, sich zu merken, dass bei Frage 1 die Antwort 2 richtig ist usw., sondern man muss jedes Mal die Fragestellung neu erfassen und beantworten.

Zu den einzelnen Antworten erhalten Sie bei der Kontrolle weiterführende Erläuterungen.

Kurvenverschiebungen im vollkommenden Polypol

Bei den Kurvenverschiebungen wird die Wirkung verschiedener Faktoren auf die Nachfrage oder das Angebot betrachtet. Zum Beispiel kann ein hohes Einkommen der Nachfrager die Nachfrage nach verschiedenen Gütern erhöhen oder technischer Fortschritt kann dazu führen, dass die Produktion aufgrund geringerer Produktionskosten ausgeweitet wird. Bei der Untersuchung der Preis-Mengen-Reaktionen im Markt wird immer nur ein Einflussfaktor betrachtet, während alle anderen Einflüsse als konstant angenommen werden (Ceteris-paribus-Annahme).

Mögliche Wirkungen auf Nachfrage oder Angebot werden im Folgenden vorgestellt.

Nachfrageveränderungen

Zunehmende Nachfrage (= Rechtsverschiebung der Nachfragekurve)

Eine Erhöhung der Nachfrage kann durch folgende Einflussfaktoren bewirkt werden:

Graphisch wird eine Nachfragesteigerung durch Einflussfaktoren, die nicht im Preis begründet sind, wie folgt dargestellt:

Abbildung: Darstellung: Rechtsverschiebung der Nachfragekurve (= zunehmende Nachfrage)

Abbildung: Rechtsverschiebung der Nachfragekurve

Durch die Nachfragesteigerung verschiebt sich die Nachfrage nach rechts. Dadurch steigen der Gleichgewichtspreis und die Gleichgewichtsmenge. Am Markt wird mehr (Gleichgewichtsmenge2) zu einem höheren Preis (Gleichgewichtspreis2) abgesetzt.

Abnehmende Nachfrage (= Linksverschiebung der Nachfragekurve)

Eine Abnahme der Nachfrage kann durch folgende Einflussfaktoren bewirkt werden:

Graphisch wird ein Nachfragerückgang durch Einflussfaktoren, die nicht im Preis begründet sind, wie folgt dargestellt:

Abbildung: Darstellung: Linksverschiebung der Nachfragekurve (= abnehmende Nachfrage)

Abbildung: Rechtsverschiebung der Nachfragekurve

Durch den Nachfragerückgang verschiebt sich die Nachfrage nach links. Dadurch sinken der Gleichgewichtspreis und die Gleichgewichtsmenge. Am Markt wird weniger (Gleichgewichtsmenge2) zu einem niedrigeren Preis (Gleichgewichtspreis2) abgesetzt.

Angebotsveränderungen

Zunehmendes Angebot (= Rechtsverschiebung der Angebotskurve)

Eine Erhöhung des Angebots kann durch folgende Einflussfaktoren bewirkt werden:

Graphisch wird eine Angebotssteigerung durch Einflussfaktoren, die nicht im Preis begründet ist, wie folgt dargestellt:

Abbildung: Darstellung: Rechtsverschiebung der Angebotskurve (= zunehmendes Angebot)

Abbildung: Rechtsverschiebung der Angebotskurve

Durch die Angebotsausweitung verschiebt sich das Angebot nach rechts. Dadurch sinken der Gleichgewichtspreis und steigt die Gleichgewichtsmenge. Am Markt wird mehr (Gleichgewichtsmenge2) zu einem niedrigeren Preis (Gleichgewichtspreis2) abgesetzt.

Abnehmendes Angebot (= Linksverschiebung der Angebotskurve)

Eine Reduzierung des Angebots kann durch folgende Veränderungen bewirkt werden:

Graphisch wird eine Angebotsabnahme durch Einflussfaktoren, die nicht im Preis begründet ist, wie folgt dargestellt:

Abbildung: Darstellung: Linksverschiebung der Angebotskurve (= abnehmendes Angebot)

Abbildung: Linksverschiebung der Angebotskurve

Durch die Angebotsabnahme verschiebt sich das Angebot nach links. Dadurch steigen der Gleichgewichtspreis und sinkt die Gleichgewichtsmenge. Am Markt wird weniger (Gleichgewichtsmenge2) zu einem höheren Preis (Gleichgewichtspreis2) abgesetzt.

Verbundeffekte am Markt – Analysen immer mit Vorsicht betrachten

Im Modell wird immer nur eine Einflussgröße isoliert und alle anderen Einflussgrößen als konstant gesetzt (Ceteris-paribus-Annahme). In der Realität gibt jedoch viele Wirkungen auf die Nachfrage oder das Angebot, die mitunter auch gleichzeitig vorhanden sind.

Würde man zum Beispiel die Wirkung einer Einkommenssteigerung auf die Nachfrage unter der Ceteris-paribus-Annahme untersuchen und feststellen, dass es einen Zusammenhang gibt, so kann sich diese Erkenntnis als Trugschluss erweisen, weil zum Beispiel andere und nicht beachtete Einflussgrößen (z. B. ein Modetrend) die Nachfragesteigerung verursacht haben könnten.

Viel Erfolg beim Üben.