Rewe-Trainer: Hinweise zu den Aufgaben zum Nachlesen
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8.3 Buchungen mit Umsatzsteuer: Geschäftsfall als Text

Die Aufgaben

Im Rahmen dieser Übungsaufgabe sollen Buchungssätze unter Berücksichtigung der Umsatzsteuer anhand von Textaufgaben geübt werden. Es werden zwei oder drei Konten angesprochen.

Eine Aufgabe sieht zum Beispiel so aus:

Der Geschäftsfall

Kauf eines Lieferwagens per Bankscheck, 22.000,00 € netto, Umsatzsteuersatz: 19 %

Grundbuch

SollHabenSollHaben
 € €
 € €

Bei den Übungen geht es darum, den Geschäftsfall zu erfassen und zu erkennen, welchen Konten er zuzuordnen ist. Zusätzlich ist die Vorsteuer bzw. Umsatzsteuer zu berücksichtigen und der Umsatzsteuerbetrag sowie der Netto- bzw. der Bruttobetrag zu berechnen.

Bei den Lösungen wird nicht angezeigt, wie der Umsatzsteuerbetrag und der Netto- bzw. Bruttobetrag berechnet wird. Sollten Sie damit noch Schwierigkeiten haben, so üben Sie bitte Thema 4.2 Umsatzsteuerberechnungen bzw. im Programmzweig Der Goldesel die Aufgaben zur Prozentrechnung.

Neben den regulären Einkaufs- und Verkaufsbuchungen werden innerhalb dieser Übung auch die Buchung der Überweisung der Umsatzsteuerzahllast und die Rückerstattung des Vorsteuerüberhangs geübt.

Zum Verständnis: Grundlegendes zum Erstellen von Buchungssätzen mit Umsatzsteuer

Bei Geschäftsfällen, bei denen auf der Rechnung eine Umsatzsteuer ausgewiesen ist, muss diese gesondert innerhalb eines Buchungssatzes erfasst werden. Dabei muss man sich merken merken, dass die ausgewiesene Umsatzsteuer auf einem Einkaufsbeleg als Vorsteuer bezeichnet wird. Die Umsatzsteuer auf einem Verkaufsbeleg behält ihren Namen.

Die Vorsteuer kann grundsätzlich vom abzugsberechtigten Unternehmer vom Finanzamt zurückgefordert werden. Das aktive Bestandskonto Vorsteuer, auf dem die Vorsteuerbeträge gebucht werden, hat demnach den Charakter eines Forderungskontos.

Die Umsatzsteuer auf Verkaufsrechnungen muss an das Finanzamt weitergereicht werden. Der Unternehmer erfüllt damit für das Finanzamt die Funktion eines "Steuereintreibers". Gebucht wird die Umsatzsteuer auf das passive Bestandskonto Umsatzsteuer.

Hinweis: Anders als in der Praxis üblich, werden aus didaktischen Gründen nicht zwei Umsatzsteuer- und Vorsteuerkonten für den Regelsteuersatz und ermäßigten Steuersatz verwendet, sondern die Umsatzsteuer und die Vorsteuer werden grundsätzlich jeweils nur auf ein Konto gebucht.

Grundsätzliches zum Vorgehen bei der Lösung der Aufgaben

Sie kennen bereits das Vorgehen bei der Bildung eines Buchungssatzes:

  1. zu verwendende Konten bestimmen
  2. Kontoart bestimmen (aktives/passives Bestandskonto)
  3. Mehrung/Minderung bestimmen
  4. Soll/Haben-Buchung ableiten
  5. Buchungssatz nach Regel "Soll an Haben" erstellen und Beträge zuordnen

Wenn bei der Buchung die Umsatzsteuer zu berücksichtigen ist, müssen Sie des Weiteren beachten, ob der Umsatzsteuerbetrag gegeben oder zu berechnen ist. Ist er zu berechnen, so müssen Sie ihn entsprechend der Aufgabe ausgehend vom gegebenen Netto- bzw. Bruttobetrag berechnen.

Buchungen im Einkauf

Beispiel: Kauf einer Fräsmaschine für 2.000 € netto auf Kredit (Darlehen), Umsatzsteuersatz: 19 %

Schritte zur Lösung

1. Schritt: Vervollständigung der notwendigen Beträge

gegeben:a) Nettobetrag der Fräsmaschine
gesucht:a) Bruttobetrag der Fräsmaschine
b) der Umsatzsteuerbetrag

Berechnung:

a) Ermittlung des Bruttobetrags:2.380 € = 2.000 € · 1,19
b) Ermittlung der Umsatzsteuer:Umsatzsteuer = Bruttobetrag – Nettobetrag oder Nettobetrag · 19 %
380 € = 2.380 € - 2.000 € = 2.000 € · 0,19

2. Schritt: Erstellung des Buchungssatzes

  1. Die zu verwendenden Konten sind TA/Maschinen (Fräsmaschine), Vorsteuer (da Einkauf) und Darlehen (als Kredit).
  2. TA/Maschinen und Vorsteuer sind aktive Bestandskonten, Darlehen ist ein passives Bestandskonto.
  3. Auf allen Konten findet eine Mehrung statt. Wir halten fest:
    • TA/Maschinen => aktives Bestandskonto => Mehrung
    • Vorsteuer => aktives Bestandskonto => Mehrung
    • Darlehen => passives Bestandskonto => Mehrung
  4. Da TA/Maschinen und Vorsteuer aktive Bestandskonten sind und jeweils eine Mehrung vorliegt, muss in beiden Konten im Soll gebucht werden.Im passiven Bestandskonto Darlehen liegt auch eine Mehrung vor, wodurch hier im Haben gebucht werden muss. Für das Beispiel halten wir übersichtlich fest:
    • TA/Maschinen => aktives Bestandskonto=> Mehrung => im Soll
    • Vorsteuer => aktives Bestandskonto=> Mehrung => im Soll
    • Darlehen => passives Bestandskonto => Mehrung => im Haben
  5. Buchungssatz nach der Regel "Soll an Haben" im Grundbuch erstellen und die (zum Teil errechneten) Beträge aus dem Geschäftsfall zuordnen. Dabei ist zu beachten, dass die Summe der Beträge im Soll immer mit der Summe der Beträge im Haben übereinstimmt:
Grundbuch
SollHabenSollHaben
TA/MaschinenDarlehen2.000,00 €2.380,00 €
Vorsteuer380,00 €

Buchungen im Verkauf

Beispiel: Verkauf von eigenen Erzeugnissen im Wert von 1.190 € brutto, Umsatzsteuersatz: 19 %

Schritte zur Lösung

1. Schritt: Vervollständigung der notwendigen Beträge

gegeben:a) Bruttobetrag der verkauften eigenen Erzeugnisse
gesucht:a) Nettobetrag der verkauften eigenen Erzeugnisse
b) der Umsatzsteuerbetrag

Berechnung:

a) Ermittlung des Nettobetrags:1.190 € : 1,19 = 1.000 € netto
b) Ermittlung der Umsatzsteuer:Umsatzsteuer = Bruttobetrag – Nettobetrag
190 € = 1.190 € - 1.000 €

2. Schritt: Erstellung des Buchungssatzes

  1. Die zu verwendenden Konten sind hier Forderungen (Ausgangsrechnung), Umsatzerlöse für eigene Erzeugnisse (Verkauf eigener Erzeugnisse) und Umsatzsteuer (da Verkauf).
  2. Das Konto Forderungen ist ein aktives Bestandskonto, das Konto Umsatzerlöse für eigene Erzeugnisse ist ein Ertragskonto und das Konto Umsatzsteuer ist ein passives Bestandskonto.
  3. Die Forderungen werden vermehrt, für die Umsatzerlöse liegt ein Ertrag vor und für die Umsatzsteuer liegt eine Mehrung vor. Für das Beispiel halten wir fest:
    • Forderungen => aktives Bestandskonto => Mehrung => im Soll
    • Umsatzerlöse für e. Erzeugnisse => Ertragskonto => Ertrag => im Haben
    • Umsatzsteuer => passives Bestandskonto => Mehrung => im Haben
  4. Buchungssatz nach der Regel "Soll an Haben" im Grundbuch erstellen und die (zum Teil errechneten) Beträge aus dem Geschäftsfall zuordnen. Dabei ist zu beachten, dass die Summe der Beträge im Soll immer mit der Summe der Beträge im Haben übereinstimmt.
Grundbuch
SollHabenSollHaben
ForderungenUmsatzerlöse für e. Erzeugnisse1.190,00 €1.000,00 €
Umsatzsteuer190,00 €

Buchung der Überweisung der Umsatzsteuerzahllast

Beispiel: Banküberweisung der Umsatzsteuerzahllast in Höhe von 1300 € an das zuständige Finanzamt.

Bei dieser Aufgabe ist der Wert der Umsatzsteuerzahllast gegeben und muss daher nicht selbst ermittelt werden.

Schritte zur Lösung

  1. Die zu verwendenden Konten sind hier Umsatzsteuer (Umsatzsteuerzahllast) und Bank (da Banküberweisung).
  2. Das Konto Bank ist ein aktives Bestandskonto und das Konto Umsatzsteuer ist ein passives Bestandskonto.
  3. Der Bestand auf dem Bankkonto wird durch die Überweisung an das Finanzamt vermindert. Gleichzeitig nimmt die Umsatzsteuerschuld gegenüber dem Finanzamt ab, daher liegt hier eine Minderung vor. Für das Beispiel halten wir fest:
    • Bank => aktives Bestandskonto => Minderung => im Haben
    • Umsatzsteuer => passives Bestandskonto => Minderung => im Soll
  4. Buchungssatz nach der Regel "Soll an Haben" im Grundbuch erstellen und die Beträge aus dem Geschäftsfall zuordnen. Dabei ist zu beachten, dass die Summe der Beträge im Soll immer mit der Summe der Beträge im Haben übereinstimmt.
Grundbuch
SollHabenSollHaben
UmsatzsteuerBank1.300,00 €1.300,00 €

Buchung der Rückerstattung des Vorsteuerüberhangs

Beispiel: Unser zuständiges Finanzamt erstattet uns den Vorsteuerüberhang in Höhe von 1.000 € auf unser Bankkonto.

Bei dieser Aufgabe ist der Wert der Vorsteuerüberhangs gegeben und muss daher nicht selbst ermittelt werden.

Schritte zur Lösung

  1. Die zu verwendenden Konten sind hier Vorsteuer (Vorsteuerüberhang) und Bank (da Rückerstattung auf Bankkonto).
  2. Das Konto Bank ist ein aktives Bestandskonto und das Konto Umsatzsteuer ist ein passives Bestandskonto.
  3. Der Bestand auf dem Bankkonto wird durch die Überweisung an das Finanzamt vermehrt. Gleichzeitig nehmen dadurch die Vorsteuerforderungen gegenüber dem Finanzamt ab, daher liegt hier eine Minderung vor. Für das Beispiel halten wir fest:
    • Bank => aktives Bestandskonto => Mehrung => im Soll
    • Vorsteuer => passives Bestandskonto => Minderung => im Haben
  4. Buchungssatz nach der Regel "Soll an Haben" im Grundbuch erstellen und die Beträge aus dem Geschäftsfall zuordnen. Dabei ist zu beachten, dass die Summe der Beträge im Soll immer mit der Summe der Beträge im Haben übereinstimmt.
Grundbuch
SollHabenSollHaben
BankVorsteuer1.000,00 €1.000,00 €

Umsatzsteuersatz und Umsatzsteuerfreiheit

Neben dem Regelsteuersatz von 19% gibt es noch den ermäßigten Steuersatz mit 7%. Des Weiteren sind einige Umsätze von der Steuer befreit.

Umsatzsteuerfreiheit

Im Umsatzsteuergesetz (§ 4 UstG) sind einige Ausnahmen aufgeführt, die nicht der Umsatzsteuer unterliegen. Dazu zählen zum Beispiel:

Ermäßigter Steuersatz

Entsprechend dem Umsatzsteuergesetz gibt es auch Gegenstände mit einem ermäßigten Steuersatz (7%), die in der Anlage zum § 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UStG aufgeführt werden. Hierzu zählen u.a.:

Viel Erfolg beim Üben.

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