Der Orthograph - Regeln und Diktate
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Regeln zum Thema 1: Stammprinzip

1.5 Ausnahmen und besondere Schwierigkeiten

Eule

Teil 1

Es gibt eine Reihe von Wörtern, bei denen man sich vielleicht fragt, warum werden sie so geschrieben und nicht anders? Zum Beispiel das Wort Brand schreibt man mit einem n, aber brennen mit nn, obwohl es sich um einen Wortstamm handelt.

Bei Wörtern wie

und anderen handelt es sich um Wortbildungen mit den nicht mehr produktiven Suffixen -d, -st, -d, das heißt, heute bildet man keine Wörter mehr nach diesem Muster.

Bei diesen Wortbildungen wäre es ohne Weglassen des Doppelkonsonanten zu so genannten Konsonantenhäufungen (also drei oder gar vier und in Zusammensetzungen noch mehr Konsonanten auf einem "Haufen") gekommen, was dem ästhetischen Prinzip der Rechtschreibung (Wörter müssen schön sein) widerspricht. Außerdem braucht man den Doppelkonsonanten auch nicht mehr, um graphisch die Kürze des vorangehenden Vokals zu signalisieren, denn einen Stammvokal vor zwei Konsonanten spricht man auch kurz, wenn es keine Doppelkonsonanten sind (vgl.: Hast, Rost, Kind, Kult, Glanz usw.).

Teil 2

Es gibt eine Reihe von schwer einzuordnenden Wörtern, denn ihre Schreibung berührt sowohl das Problem des Stamm-, des Unterscheidungs- und des Lautprinzips als auch das Problem der Dehnung und Schärfung.

Es handelt sich um die Wörter

an, ab, dran, das, des (aber: dessen), in, drin (aber: drinnen), man (aber: Mann), mit (aber: Mitte), ob, um, was, wes (aber: wessen), dann, denn, wann, wenn, dass.

Man muss diese Wörter lernen, denn es ist müßig, darüber zu dozieren, warum man an mit einem und dann mit zwei n schreibt, obwohl man das a vollkommen gleich ausspricht.

Ähnlich verhält es sich mit Wörtern wie

Bus - Busse, Job - jobben, Jet - jetten, Slip - Slipper, Mob - mobben,

die zwar alle Fremdwörter sind, aber man schreibt ja auch Tipp - tippen, Stopp - stoppen. Auch hier heißt es wieder: Diese Wörter muss man lernen, aber es gibt gar nicht so viele davon.

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