Grammatikator: Regeln und Texte der Übungen

Adverbialbestimmungen

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Adverbialbestimmungen

  1. Temporalbestimmung
  2. Lokalbestimmung
  3. Modalbestimmung
  4. Kausalbestimmung

Ersatz- und Umstellprobe

Adverbialbestimmung oder Präpositionalobjekt

Adverbialien (Singular: das Adverbiale, auch: Adverbialbestimmung, Umstandsbestimmung) als Satzglieder beschreiben, allgemein gesagt, Umstände zeitlicher, räumlicher und kausaler Art bezogen auf ein Geschehen, eine Handlung, einen Vorgang oder Zustand.

Man unterscheidet nach:

Es werden also Angaben gemacht, wann, wo, wie und warum etwas geschieht.

Im Gegensatz zum Objekt wird eine Adverbialbestimmung nicht vom Verb regiert (im Kasus bestimmt) und stimmt auch nicht in Person und Numerus mit dem Verb überein wie das Subjekt.

Die Art der Adverbialbestimmung lässt sich mit Hilfe bestimmter Fragewörter bestimmen. Diese Fragewörter muss man lernen.

Temporalbestimmung (Zeit)

Fragen: Wann? Wie lange? Bis wann? Seit wann? Wie oft?

BedeutungBeispiele

Bedeutung

Temporalbestimmungen beziehen sich auf

  • den Zeitpunkt
  • die Dauer
  • die Wiederholung bzw. Häufigkeit

eines Geschehens, einer Handlung usw.

Beispiele

Herr Müller kann nach Mitternacht nicht schlafen.
Wann kann Herr Müller nicht schlafen? => nach Mitternacht

Diese Arbeit muss bis zum Abend erledigt sein.
Bis wann muss diese Arbeit erledigt sein? => bis zum Abend

Dieses Haus steht seit dem Tod seines Besitzers leer.
Seit wann steht diese Haus leer? => seit dem Tod seines Besitzers

Peter blieb einen Monat bei seinen Großeltern.
Wie lange blieb Peter bei seinen Großeltern? => einen Monat

Anna geht zweimal pro Woche zum Training.
Wie oft geht Anna zum Training? => zweimal pro Woche

Hinweis

Manchmal entscheidet der Kontext, ob es sich im konkreten Fall um eine Temporal- oder Lokalbestimmung handelt, weil sich mit dem Kontext die Bedeutung ändern kann:

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Lokalbestimmung (Ort)

Fragen: Wo? Woher? Wohin? Wie weit?

BedeutungBeispiele

Bedeutung

Lokalbestimmungen beziehen sich auf

  • den Ort
  • die Richtung
  • die Herkunft
  • die räumliche Erstreckung

eines Geschehens, einer Handlung usw.

Beispiele

Hanna wohnt in Bielefeld.
Wo wohnt Hanna? => in Bielefeld

Im Sommer fährt Herr Winter in die Alpen.
Wohin fährt Herr Winter im Sommer? => in die Alpen

Der neue Schüler kommt aus Mexiko.
Woher kommt der neue Schüler? => aus Mexiko

Mit einer Tankfüllung kann dieses Auto über 1000 Kilometer fahren.
Wie weit kann dieses Auto mit einer Tankfüllung fahren? => über 1000 Kilometer

Hinweis

Orstbestimmungen werden auch in verallgemeinender Bedeutung gebraucht, besonders wenn es stellvertretend um eine Person an dem Ort geht. Obwohl dann auch mit Zu wem?, Bei wem? usw. gefragt werden kann, handelt es sich um Lokalbestimmungen.

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Modalbestimmung (Art und Weise)

Fragen: Wie? Wie viel? Um wie viel? Woraus? Womit? Wodurch? Mit wem?

BedeutungBeispiele

Bedeutung

Modalbestimmungen beziehen sich auf

  • die Art und Weise
  • den Grad/das Maß/die Intensität
  • die stoffliche Beschaffenheit
  • das Mittel/Werkzeug
  • die Begleitung (auch fehlend)

eines Geschehens, einer Handlung usw.

Beispiele

Peter lernt fleißig.
Wie lernt Peter? => fleißig

Hannes schläft zu wenig.
Wie viel schläft Hannes? => zu wenig

Der Wasserpegel ist um einen Meter gestiegen.
Um wie viel ist der Wasserpegel gestiegen? => um einen Meter

Das klügste Schweinchen baute sich ein Haus aus Stein.
Woraus baute sich das klügste Schweinchen ein Haus? => aus Stein

Siegfried tötete den Drachen mit seinem Schwert.
Womit tötete Siegfried den Drachen? => mit dem Schwert

Der Drache wurde durch Siegfrieds Schwert getötet.
Wodurch wurde der Drache getötet? => durch Siegfrieds Schwert

Anna fährt mit ihren Eltern/ohne ihre Eltern ins Ausland.
Mit wem fährt Anna ins Ausland? => mit ihren Eltern/ohne ihre Eltern (= allein)

Hinweise

Besonders merken sollte man sich, dass es sich bei Angaben zur stofflichen Beschaffenheit (aus Stein, aus Holz, aus Gold usw. um Modalbestimmungen handelt. Die Fragen Wie? bzw. Auf welche Art und Weise? helfen hier nicht jedem weiter. Helfen kann hier die Überlegung, dass sich aus Stein usw. mit Sicherheit nicht auf Umstände zeitlicher, räumlicher und kausaler Art bezieht.

Bei Angaben zu Mittel/Werkzeugen bzw. zur Begleitung ist die Fragevariante Auf welcher Art und Weise? hingegen hilfreich, um die modale Bedeutung der Angabe zu verdeutlichen.

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Kausalbestimmung (Grund)

Fragen: Warum? Weshalb? Wieso? Unter welcher Bedingung? In welchem Fall? Wozu? Mit/in welcher Absicht? Trotz welchen Umstands? Mit welcher Folge?

BedeutungBeispiele

Bedeutung

Kausalbestimmungen beziehen sich auf

  • den Grund bzw. die Ursache im engeren Sinn (kausal)
  • die Bedingungen (konditional)
  • den Zweck (final)
  • die Folge (konsekutiv)
  • den unwirksamen Gegengrund (konzessiv)

eines Geschehens, einer Handlung usw.

Beispiele

Das Geschäft bleibt wegen Umbauarbeiten geschlossen.
Warum bleibt das Geschäft geschlossen? => wegen Umbauarbeiten

Bei Regen fällt das Konzert aus.
Unter welcher Bedingung fällt das Konzert aus? => bei Regen

Peter fuhr zur Erholung ans Meer.
Wozu fuhr Peter ans Meer? => zur Erholung

Zur Freude ihrer Eltern bestand Sophie die Prüfung.
Mit welcher Folge bestand Sophie die Prüfung? => zur Freude ihrer Eltern

Trotz des Regens ging Anna spazieren.
Trotz welchen Umstands ging Anna spazieren? => trotz des Regens

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Ersatz- und Umstellprobe

Wie man an den Beispielen sieht, können Adverbialbestimmungen aus einem Wort oder aus mehreren Wörtern bestehen. Ist man sich unsicher, was alles zur Adverbialbestimmung gehört, kann man sie durch ein Wort, zum Beispiel ein Adverb (siehe Wortarten => Adverb) ersetzen oder die Umstellprobe durchführen.

Beispiele:

Herr Müller kann nach Mitternacht nicht schlafen.

Hanna wohnt in Bielefeld.

Frau Müller war über alle Maßen entsetzt.

Trotz des Regens ging Anna spazieren.

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Adverbialbestimmung oder Präpositionalobjekt

Manchmal ist die Bestimmung, ob es sich bei einer Phrase um eine Adverbialbestimmung oder ein Präpositionalobjekt handelt, knifflig. Das liegt daran, dass die entsprechenden Frage identisch sein können. Im Zweifelsfalle kann es helfen, die Adverbialphrase durch ein Adverb zu ersetzen.

Hier ein paar Beispiele:

Die Kinder stehen vor der Schule.

Beide Fragen sind möglich und vor der Schule kann durch das Lokaladverb dort ersetzt werden, es handelt sich um eine Lokalbestimmung.

Der Wetterdienst warnt vor strengen Frösten.

Hier ist nur die Frage wovor möglich und vor strengen Frösten kann durch das Präpositionaladverb davor ersetzt werden, es handelt sich um ein Präpositionalobjekt.

Anna steht auf dem Schulhof. Aber: Peter steht auf Gummibärchen.

Im Satz Anna steht auf dem Schulhof steht eine Person tatsächlich an einen Ort, sie steht dort. Bei Peter steht auf Gummibärchen hat stehen auf eine andere Bedeutung: Peter mag Gummibärchen, sie sind das Objekt seiner Begierde, es handelt sich nicht um eine lokale Angabe. Möglich ist: Peter steht auf sie, während Peter steht dort eine ganz andere Bedeutung hat.

Pflanzen brauchen für die Fotosynthese Wasser und Kohlendioxid. Aber: Ich brauche ein Geschenk für meinen Vater.

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